Touristenmagnet und Gotteshaus

Vor 1000 Jahren bekam Bamberg einen Dom. Heute kommen in das Gotteshaus mit den vier markanten Türmen jedes Jahr eine Million Besucher.

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Die Bamberger haben Anlass, ihren Dom zu feiern. Foto: dpa

Heinrich II. hatte es eilig. Als es ihm gelungen war, im Jahr 1007 das Bistum Bamberg zu gründen, war der Grundstein zum Dom schon gelegt. "Am Dom wurde bereits gebaut, als es das Bistum überhaupt noch nicht gab", sagt Wolfgang Reddig vom Bamberger Diözesanmuseum. Am 6. Mai 1012 feierte Heinrich - damals noch als König - die Weihe "seines" Doms. Zwei Jahre später erhielt er die Kaiserkrone. Es war ein Festtag für das noch junge Bistum, zumal der Herrscher an diesem Tag auch Geburtstag hatte. Nicht weniger als 40 Bischöfe reisten eigens dafür an.

Ein Jahrtausend später begeht das Erzbistum Bamberg auch einen Festtag. Es gilt, 1000 Jahre Dom zu feiern. Freilich, die zahlreichen Bischöfe, Kardinäle und Äbte, die zur Feier erwartet werden, ziehen am 6. Mai nicht in genau den Dom ein, den Heinrich einst errichten ließ. Der erste Dom wurde von Flammen zertsört. Heute bestaunen Gottesdienstbesucher und Touristen einen Dom, der im 13. Jahrhundert erbaut wurde. Nur in versteckten Winkeln des Gotteshauses sind Spuren des ersten Doms zu entdecken.

Kunstgeschichtlich bedeutsam sei der Dom vor allem deshalb, weil sich in dem Bauwerk der Übergang von der Romanik zur Gotik nachvollziehen lasse, sagt Domkapitular Norbert Jung. Als "Summus Custos" ist er eine Art Hausherr des Doms. Begonnen habe man den Bau noch ganz im Geist der Romanik, vor allem im West-Teil seien aber bereits Elemente der Gotik zu sehen.

Etwa eine Million Besucher kommen jedes Jahr in den Dom, der zu den großen Kaiserdomen des Mittelalters zählt. Mit seinen vier markanten Türmen ist er das bekannteste Bauwerk in der Unesco-Weltkulturerbe-Stadt Bamberg.

Tägliche Messfeiern, die großen Pontifikalämter mit dem Erzbischof - noch immer ist der Dom ein Gotteshaus. Wenn Messen, Andachten und Stundengebete stattfinden, müssen Touristen, denen es nur um die Besichtigung geht, draußen bleiben. "Das ist kein Museum", betont Jung. "Der Dom ist immer noch für den Zweck in Betrieb, für den er gestiftet wurde." Einzigartige Kunstwerke und kirchengeschichtliche Zeugnisse machen Jung und seine Kollegen aus dem Domkapitel stolz: So beherbergt das Gotteshaus das einzige erhaltene Papstgrab nördlich der Alpen. Clemens II., gestorben 1047, liegt hier begraben. Vor seinem Pontifikat war er Bischof von Bamberg. In Rom blieben ihm wenige Monate auf dem Stuhl Petri.

Und schließlich der Bamberger Reiter, die berühmteste Figur im Dom: Undurchdringlich blickt er in die Weite des Raums hineinr. "Das ist ein edler, ein ritterlicher Mensch", sagt Erzbischof Ludwig Schick über die Steinskulptur aus dem 13. Jahrhundert.

Die Kunst früherer Jahrhunderte, die theologischen Programme, die mit dem mittelalterlichen Sakralbau verbunden waren - in Bamberg ist das auch deshalb noch zu bestaunen, weil die Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs die Stadt weitgehend verschonten.

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