Theater Neu-Ulm zeigt die Tragikomödie „Unsere Frauen“.

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Es geht bei ihnen nur um „unsere Frauen“: Heinz Koch, Thomas Koch und Peer Roggendorf.  Foto: 

Braucht es einen Mord, um dem Leben eine Wendung zu geben und die eigenen Selbsttäuschungen zu überdenken? In der tragischen Komödie „Unsere Frauen“ von Eric Assous, die nun am Theater Neu-Ulm gespielt wird, verändert sich für drei Männer plötzlich alles.

Das Leben kann so schön sein, wenn man es sich schön denkt. Bei Max und Paul ist scheinbar alles in Ordnung, das einzige Problem des Abends ist die Verspätung des Pokerfreundes Simon. „Neun Uhr heißt neun Uhr“, echauffiert sich der Eigenbrötler Max (Heinz Koch).

Sein Freund Paul (Thomas Koch) ist ein erfolgreicher Arzt mit nahezu glücklicher Familie, in der alle am liebsten nur eines wollen: keine Veränderung. Seine zwei Kinder studieren, seine Frau will ihre Ruhe. Ans Fremdgehen habe er nie gedacht, obwohl er die Lust bei Karine mit nichts mehr wecken kann.

Max, Radiologe und notorischer Single mit Beziehungsangst, fährt auch „nur noch auf Sicht“. Die Auswahl werde im Alter kleiner. Trotzdem hat er seine Freundin Magali unlängst aus der Wohnung geschmissen, weil sie ihn nervte.

Die Gespräche über Frauen sind ein unerschöpfliches Thema und so wird darüber sinniert, wo Simon sei. Ob er sich mit Estelle, einer „Nervensäge mit geilem Arsch“, gestritten hat? Endlich ist Simon (Peer Roggendorf) da – mit einer Stunde Verspätung und der Mitteilung, er habe Estelle umgebracht, was zu einem Lachanfall der Freunde führt. Doch es ist Simon bitterernst.

Es kommt zum Disput: Wie weit darf eine langjährige Freundschaft gehen? Sollen sie Simon sein gewünschtes Alibi geben? Während Paul den etwas zu übertrieben Verständigen spielt (Inszenierung: Richard Aigner), moralisiert Max und mimt den Harten, den nichts und niemand berührt. Ohne an die 25-jährige Freundschaft zu denken, will er Simon der Polizei ausliefern.

Dass auch Max nicht ganz so kaltblütig ist, zeigt sich erst später. Während Simon sich mit Alkohol und Tabletten wegschießt, bröckeln bei Max und Paul die Fassaden. Paul verliert sein Verständnis für alles und jeden erst, als seine Tochter Pascaline ins Spiel kommt und Max bemerkt, wie einsam er eigentlich ist.

Das Stück ist nicht durchgängig glaubhaft, die Figuren wirken teilweise schablonenhaft, dienen daher aber besonders gut  als Projektionsfläche für die Zuschauer – immer wieder kann man sich wiedererkennen. Bei der Premiere wurde viel gelacht und mitgelitten und am Ende begeistert applaudiert. Elvira Lauscher

Info Nächste Aufführungen: morgen, Freitag und am  Samstag, je 20 Uhr, und am Sonntag, 18 Uhr.

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