Studio Ulmer Musikfreunde mit Emil Baklev: Mozarts Klangmagie

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Mozarts Klavierkonzert in A-Dur: das Studio Ulmer Musikfreunde mit dem Solisten Emil Bakiev.  Foto: 

71 Jahre hat das Studio Ulmer Musikfreunde auf seinem Buckel. Wenn ein solch altgedientes Ensemble auf einen blutjungen Solisten trifft, dann können, wenn die Umstände stimmen, im wahrsten Sinne des Wortes die Funken fliegen – wie am Sonntagabend in der fast voll besetzten Pauluskirche.

Alles passte und fügte sich aufs Glücklichste zusammen, als der 2004 in Neu-Ulm geborene Emil Bakiev sich an den Flügel setzte, um mit dem Studio und seinem Dirigenten Albrecht Schmid Mozarts Klavierkonzert in A-Dur (KV 488) zu spielen. Im Juli sei die Entscheidung gefallen, dieses Werk mit ihm als Solisten beim Orchesterkonzert zur Aufführung zu bringen „und seitdem habe ich das eingeübt“, verriet der Sieger des Regionalwettbewerbs „Jugend musiziert“ im Fach Klavier während der Pause.

Mozarts Konzert Nr. 23 besitzt eine ganz besondere, ja einzigartige Klangmagie, die sich nicht zuletzt aus seiner lichten Tonart A-Dur heraus speist und die auch das Klarinettenkonzert (KV 622) und -quintett (KV 581) von innen heraus vergoldet. Kein Wunder, dass die Klarinetten ebenfalls eine zentrale Rolle spielten.

Herrlich, wie die Musiker die Aura dieses hoch poetischen Konzerts ins Werk setzten – und erstaunlich, mit welch früher Meisterschaft der 13-Jährige den weit in die Romantik vorausweisenden Adagio-Satz in schmerzlichem fis-Moll gestaltete, der so zum Höhepunkt des Abends wurde und die Herzen der vielen Zuhörer erwärmte. Verdientermaßen tosender Applaus dafür zur Pause.

Auch die beiden Werke vor dem zentralen Mozart-Konzert, Schuberts Ouvertüre zum Schauspiel „Die Zauberharfe“ und Beethovens Sinfonie Nr. 1 in C-Dur, gingen dem Studio bestens von der Hand. Überhaupt ist dieser unbekannte Schubert ein idealer Opener, da sich alle Instrumentengruppen hier ideal in Szene setzen können. Diese Gelegenheit ließen sich die Musikfreunde nicht entgehen, auch nicht in der Beethoven-Sinfonie, die stellenweise auch als Mozarts Sinfonie Nr. 42 oder Haydns Sinfonie Nr. 105 durchgehen könnte. Will sagen: das Werk schließt nahtlos an seine großen Vorbilder an, zeigt aber auch schon – vor allem im Menuetto-Satz – die Pranke des Titanen. Straff, konzise, spritzig erklang das Werk und bescherte dem Abend einen starken furiosen Schlussakzent. Bravo!

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