Starke Frauen: Laura Gibson und Lisa Hannigan

Zwei Songwriterinnen der Stunde sind derzeit mit Bands und neuen Stücken auf Tour: US-Sängerin Laura Gibson und die Irin Lisa Hannigan.

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Laura Gibson hat ihren eigenen herben Stil gefunden. Foto: Udo Eberl

Zu Beginn des Jahres holten sich zwei höchst unterschiedliche Frauen in den Musikmedien und Feuilletons für ihre Alben Höchstpunktzahlen ab. Zurecht, schließlich hatten Laura Gibson wie auch Lisa Hannigan ihr musikalisches Schaffen neu definiert.

Noch vor zwei Jahren hatte man Laura Gibson in der Geislinger Rätsche, einer Hochburg für Americana, mit flauschigen und eher nach innen gekehrten Songs hören dürfen. Mit dem herausragenden Album "La Grande" bewegte sich die in Portland lebende US-Sängerin auf sperriges Terrain, in ungewohnt instrumentale Fülle, in bisweilen gespenstische Stimmungen zwischen Lapsteel-Gitarren, Bläsern und Harmoniegesängen wider die Norm.

Unterstützt von drei Multiinstrumentalisten des grandiosen Ensembles "Musée Mécanique" funktionierten die Songs auch live ganz wunderbar. Laura Gibson kann in diesen noch immer in andere Welten entfliehen, allerdings definiert sie mit herbem Timbre auch einen ganz eigenen Stil. Musikalische Transparenz mit bewusst gesetzten Kratzern, detailverliebt und immer berührend.

Genau hier treffen sich Laura Gibson und Lisa Hannigan: Die hübsche Irin, populär geworden als Zweitstimme und Muse von Damien Rice, die 2007 just vor dem Münchner Konzert nach einem Streit hinschmiss und den Solo-Weg einschlug, hat mit "Passenger" erneut ein Nummer-eins-Album in Irland abgeliefert. Wo sie sich mit Rice einst in wohliger Dauermelancholie verlor, lebt sie in Songs nun strahlend ihr Temperament aus.

Mit fünfköpfiger Band, samt Harmonium, Glockenspielen, Trompeten und vielem mehr, pflegte sie die Finesse des Arrangements fern folkiger Glückseligkeit. Da wurde im Münchner Ampere gerockt, enthemmt gelärmt und Musik gelebt - mal tränenfeucht intensiv, dann wieder mitsingfröhlich mit Gute-Laune-Stücken wie "Whatll do".

Am Ende trank die Band nach einem famosen Konzert einen Whiskey auf den jüngst verstorbenen "The Band"-Drummer Levon Helm, begrub "Old Dixie" in einer großartigen Hommage im bayerischen Süden und setzte mit "Knots" den idealen Schlusspunkt. Die Knoten waren da beim geradezu euphorisierten Publikum längst alle gelöst.

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