Sein erstes Buch wurde von 31 Verlagen abgelehnt

Sein Name ist längst nicht so bekannt wie etwa der von Philip Roth und Stephen King - aber Bestsellerautor James Patterson ist der Top-Verdiener.

|
Verdient mehr als mancher Hollywood-Star: Autor James Patterson.  Foto: 

James Patterson ist Einzelgänger, ein Außenseiter in seiner Branche. In einem Raum voller Schriftsteller, Lektoren und Literaturkritiker fühle er sich "unwohl", sagte der Autor jüngst bei der Verleihung der renommierten National Book Awards in New York.

"Ich bin der Elefant im Raum, der Big Mac in diesem edlen Restaurant hier." Kurz zuvor hatte Patterson einen Preis für sein Lebenswerk und sein Engagement für Bibliotheken bekommen. Es war einer der seltenen öffentlichen Auftritte des 68-Jährigen, der sich in Anzug, roter Krawatte und Lesebrille zittrig am Podium bedankte, während seine Frau Susan und sein Sohn Jack im Publikum applaudierten.

Pattersons Name ist wohl längst nicht so bekannt wie etwa der von Philip Roth, Stephen King, Dan Brown, John Grisham oder Paul Auster - aber in einer nicht ganz unwichtigen Kategorie toppt Patterson alle seine Kollegen: Buchverkäufe. Dutzende Werke hat der Autor bereits verfasst, vor allem Krimis und Thriller, für Erwachsene und Kinder. Mehr als 300 Millionen Mal haben sie sich weltweit verkauft, zahlreiche wurden verfilmt. In Deutschland sind viele seiner Werke im Random House-Verlag erschienen. Die US-amerikanische National Book Foundation nennt Patterson den "am besten verkaufenden Autor der Welt", im Guinness Buch der Rekorde steht er als Schriftsteller mit den meisten Werken auf der Bestsellerliste der "New York Times".

Viele Kritiker kategorisieren Pattersons Werke abschätzig als Trivialliteratur, und nur wenige Preise sind dem Autor verliehen worden - aber seine Bücher machten ihn reich. Auf 89 Millionen Dollar (etwa 84 Millionen Euro) schätzt das "Forbes"-Magazin alleine seine Einkünfte in diesem Jahr. Damit steht er in der Liste der bestverdienenden Stars 2015 noch vor Schauspieler Robert Downey Jr. und Sängerin Taylor Swift. Zum Vergleich für Stephen King listet Forbes für 2015 Einkünfte von 19 Millionen Dollar auf.

Der Autor, der heute mit seiner Familie im schicken Palm Beach in Florida lebt, stammt aus ärmlichen Verhältnissen in der Kleinstadt Newburgh nördlich New Yorks. Von dort zu den renommierten National Book Awards sei es ein weiter Weg gewesen, gibt Patterson bei seiner Dankesrede zu. "Newburgh war ein hartes Pflaster, mein Vater wuchs in einem Armenhaus auf, meine Großmutter putzte Toiletten und Küchen." Aber Patterson macht sich gut in der Schule und studiert schließlich englische Literatur. Danach nimmt er einen Job in einer Werbeagentur an. "Das war nur, weil ich als Taxifahrer nicht genommen wurde. Ich hatte lange Haare und alle dachten, ich wäre Kommunist." Nebenbei beginnt Patterson, Krimis zu schreiben, aber sein erstes Buch wird von 31 Verlagen abgelehnt. Als es irgendwann doch veröffentlicht wird, gewinnt "Die Toten aber wissen gar nichts" den Edgar-Allen-Poe-Preis für das beste Debüt. 1992 begann Patterson seine Erfolgsserie um den Washingtoner Polizeipsychologen Alex Cross.

Inzwischen hat Patterson sein Schreiben zu einer erfolgreichen Krimi-Fabrik perfektioniert. Er veröffentlicht oft mehrere Bücher pro Jahr, alle mit der Hilfe mehrerer Co-Autoren, die seine Entwürfe fertigschreiben. Aber auch nach so vielen Büchern mache ihm die Arbeit immer noch Spaß, sagte Patterson bei den National Book Awards.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Laster reißt Ampeln am Bahnhof um - Straßenbahn steht still

Ein Lkw hat in der Friedrich-Ebert-Straße eine Ampel umgerissen. Die Straße war auf Höhe des Bahnhofs gesperrt. Straßenbahn und Busse hatten massive Verspätung. weiter lesen