Kulturausschuss: Roxy erhält mehr Geld

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Baustellen gibt es auch in der Ulmer Kulturpolitik, aber eine mögliche Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas gehört jetzt definitiv nicht mehr dazu.  Foto: 

Jetzt ist sie endgültig zu Grabe getragen: die Idee, dass sich Ulm um den Titel „Europäische Kulturhauptstadt“ 2025 bewerben könnte. Als Kulturbürgermeisterin Iris Mann im Kulturausschuss am Freitag strategische Leitlinien für die Kulturpolitik formulierte, wollte sie auch dieses Thema, das die Ulmer seit 2006 mal mehr, mal weniger umtreibt, nicht unerwähnt lassen: solle keiner sagen, man habe die Chance liegenlassen.

Dass Iris Mann im Gegensatz zu Oberbürgermeister Gunter Czisch dem Prozess einer Bewerbung positiv gegenübersteht, ist ein offenes Geheimnis. Oder wie Stadtrat Ralf Milde zur Kulturhauptstadt meint: „Wenn der OB sagt, nur über meine Leiche, dann kann das nichts werden.“ Gestern aber stand sowieso Realismus seitens der Kulturverwaltung auf der Tagesordnung. Genauer, mit Worten von Iris Mann: Nachdem in vielen Jahren zahlreiche Leitbilder erstellt worden seien, aber der durchaus mutigen Stadt Ulm bei der Umsetzung dann doch der lange Atem fehle, sei es vernünftig, sich darauf zu konzentrieren, „wofür Ulm steht und was das Einzigartige ist“.

Keine neuen Projekte folglich, sondern die alten mit Inhalt füllen und besser umsetzen. Die Leitlinien heißen jetzt „Tradition und Moderne“ und „Innovation und wegweisener Erfindergeist“. Dazu gehören die Themen Albert Einstein, Ludwig Berblinger, die Eiszeitkunst, die Hochschule für Gesaltung, die Donauaktivitäten und die Wilhelmsburg als „Freiraum für innovative Ideen in Kunst- und Kreativwirtschaft“.

Die Räte nahmen die Ausführungen zunächst müde zur Kenntnis. Dann entbrannte eine heftige Debatte, ja teils wurde die Sinnfrage gestellt bezüglich jeder Kulturentwicklungsplanung. Milde sah überall „kulturpolitische Ödnis“, Thomas Kienle beklagte die Ulmer Selbstgefälligkeit und bat darum, künftig von jeglichen Kulturleitlinien verschont zu werden, wenn man hinterher doch kein Geld ausgeben wolle.  Gerhard Bühler ärgerte sich, dass die Stadt ihre Schätze, ob Wilhelmsburg oder Löwenmensch, nicht sichtbar mache. 

Also auf zur Tat. Zur Sache bei der Kulturpolitik: Da kam das Roxy gerade recht. Es möchte sein Programm mit neuen Ideen erweitern, das Haus weiter öffnen für Akteure der freien Szene, sich vernetzen. Ein „Labor“ soll als Probebühne dienen. Investitionen von rund 90 000 Euro sind dafür nötig und auch eine dauerhafte Erhöhung der Roxy-Förderung von 80 000 Euro auf 363 000 Euro pro Jahr von 2018 an. Und? Ja, der Kulturausschuss billigte die Vorschläge für diese Ulmer „Ankereinrichtung“ – und zwar einstimmig!

Kulturpolitik, konkret und erfolgreich. Michael Mutschler und Günter Heiser vom Roxy, vor einem Jahr noch recht unsanft vom Kulturausschuss behandelt, hatten jetzt allen Grund zu jubeln.

Projekt Der Kulturausschuss hat gestern das Gebäude in der Blaubeurer Straße besichtigt, in dem die Stadt das zentrale Kunst-Depot einrichten will. Die Räte fassten einstimmig den Grundsatzbeschluss für dieses Projekt, sagte Bürgermeisterin Iris Mann erleichtert. Jetzt laufen noch die Verhandlungen mit dem Vermieter. Aber 2019 könne man wohl einziehen.

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