Peter OToole verabschiedet sich in den Ruhestand

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Vom aufbrausenden Film- und Bühnenstar zum Liebhaber von Cricket: Peter OToole.

Er ist berühmt als "Lawrence von Arabien" und bekannt als Verlierer in der Oscar-Nacht. 50 Jahre gehörte Peter OToole zu Hollywoods erster Garde. Acht Mal wurde er für die goldene Trophäe nominiert. Genauso oft ging er leer aus. Ein Hollywoodrekord. Nach diesen Niederlagen tröstete sich der leicht aufbrausende Schauspieler in der nächsten Bar mit Kollegen des eigenen Kalibers, bevorzugt Richard Burton und Richard Harris. Die sind inzwischen tot. OToole gab das Trinken auf - und verabschiedete sich zu seinem 80. Geburtstag gestern von Bühne und Film. "Ich bin nicht mehr mit dem Herzen dabei und das wird sich auch kaum noch ändern", begründete der in London lebende Brite Anfang Juli seinen Beschluss.

Was bleibt, ist der Ehren-Oscar für sein Lebenswerk, den er 2003 nach anfänglicher Weigerung annahm, und ein Vermächtnis von fast 70 Filmen. Auch dieses Jahr stand der baumlange Senior mit den eisblauen Augen und dem leidenden Zug um den Mund noch vor der Kamera. Als Priester in "Cristiada". Auch wenn sein Name seit 1962 mit dem Wüstenhelden Lawrence verbunden ist, hatte er schon zuvor nach Lehrjahren an der Royal Academy of Arts in London Erfolge auf der Bühne verzeichnet, unter anderem wurde er "Schauspieler des Jahres". Als Henry II. spielte er an der Seite von Richard Burton in Peter Glenvilles Anouilh-Verfilmung von "Becket" (1964), in Woody Allens "Whats new Pussycat" (1965) war er mit Peter Sellers zu sehen, als Joseph Conrads gefallener Engel in "Lord Jim" (1965), als geisteskranker Nazi in "The Night of the Generals" (1967) und als Schulmeister in "Leb wohl Mr. Chips" (1969).

Mitte der 70er Jahre geriet der Schauspieler in eine schwere Krise. Ein Comeback erlebte OToole in Richard Rushs "The Stunt Man" (1980) und als Schulmeister in Bertoluccis "Der letzte Kaiser" (1987).

Jetzt tritt der in Connemara als Sohn eines irischen Buchmachers geborene OToole, selbst Vater von zwei Töchtern mit seiner ersten Frau, Schauspielerin Sîan Phillips, und einem Sohn, kürzer: Er spielt gern Cricket.

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