Orchesterverein Ulm/Neu-Ulm: Von Polen nach Russland

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Das war mehr als nur ein musikalisch rundum überzeugender Abend, den das Sinfonieorchester des Orchestervereins Ulm/Neu-Ulm im Edwin-Scharff-Haus auf die Beine gestellt hatte. Die Macher hatten Mut zum randständigen, ja unerhörten Repertoire gehabt. Russische Kostbarkeiten hatten sich das Orchester und ihr Dirigent Michael Eberhardt für die zweite Konzerthälfte aufgespart; die erste stand ganz im Zeichen Polens und Frédéric Chopins.

Chopins Klavierkonzert Nr. 1 in e-Moll war das perfekte Pendant zu den Preziosen des zweiten Teils. Mit Valerij Petasch hatte das Orchester bei der Solistenwahl hoch gegriffen – gerade in Sachen Chopin ist Petasch ein buchstäblich ausgezeichneter Meister: packend-dramatisch im ausladenden Allegro maestoso, traumverloren und mit verführerischem Anschlag im innigen Larghetto und virtuos-brillant im finalen Rondo-Vivace. Für den hoch verdienten lautstarken Applaus bedankte sich der Solist mit Chopins Nocturne in Des-Dur.

Geheimnisvolles Licht

Das Orchester führte Michail Glinkas Walzer-Fantasie in h-Moll auf, die in ihrer leisen Ironie und Doppelbödigkeit schon auf Schostakowitsch vorausweist. Dann ein Bolero von Alexander Dargomyschski, gespickt mit Kastagnetten-Klängen und voller schmissiger Melodien.

Weiter ging’s mit dem Scherzo in d-Moll von Sergei Rachmaninow, dessen repetitive Tonfolgen die Musiker in ein geheimnisvolles Licht tauchten. Zu guter Letzt ein weitgehend Unbekannter: Wassili Kalinnikow. Seine Intermezzi Nr. 2 und (als Zugabe) Nr. 1 bildeten den Schluss des kurzweiligen Konzerts.

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