Nicholas Müller auf Tour mit Leselampe und Gitarre

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Nicholas Müller mit Tisch, Lese­lampe und Gitarre in Herbrechtingen.  Foto: 

„Sein Job war Popstar“ – so war Nicholas Müller 2014 in der SWR-Talksendung „Nachtcafé“ vorgestellt worden. Schon damals sprach der ehemalige Sänger der Band Jupiter Jones offen über seine seelische Krankheit, die ihn kurz zuvor gezwungen hatte, die als 21-Jähriger in der Eifel gegründete Punk-Pop-Combo, die 2011 mit „Still“ das meistgespielte Lied im deutschen Radio verbuchte und dafür mit einem Echo ausgezeichnet wurde, nach zwölf Jahren zu verlassen.

Müller zog sich zurück, ging in Therapie – und nach einem Jahr Pause war der Sänger, Frontmann und Texter wieder da: Mit seinem Freund Tobi hatte er eine neue Band gegründet: von Brücken, mit kleinem V. Ängste, Panikattacken und Depressionen, die ihn seit gut zehn Jahren plagen und seinen Alltag irgendwann extrem zu beeinträchtigen begannen, thematisiert er auch in seinen Bühnenansagen und Liedtexten.

Doch das war ihm schließlich nicht mehr genug: Der 36-Jährige, nebenbei Schirmherr der Deutschen Angstselbsthilfe DASH, hat seine  Erfahrungen mit der seelischen Krankheit, die Auseinandersetzung mit ihren möglichen Ursachen und seine Erlebnisse mit Ärzten, Medikamenten und bei einem Therapieaufenthalt auf der „Lala-Ranch“ jetzt auch in einem Buch verarbeitet: „Ich bin mal eben wieder tot – Wie ich lernte, mit Angst zu leben“ (Knaur, 240 Seiten, 12.99 Euro) ist Anfang Oktober erschienen. Seitdem ist der Münsteraner auf einer Art Tour mit Leselampe, Beamer, Anatomieskelett und Gitarre. Der auffallend schlank gewordene Musiker erzählte und las daraus, umrahmt von eigenen Songs und einem bewegenden Damien-Rice-Cover, schon an so unterschiedlichen Orten wie dem Erlanger E-Werk, der Herbrechtinger Stadtbücherei und zuletzt beim Rolling Stone Weekender am Weissenhäuser Strand – gewohnt humorvoll, sympathisch, klug und nah an den Menschen.

Am Dienstag ist Nicholas Müller im Substage Café in Karlsruhe zu Gast.

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