Neu in den Kinos

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Die ersten Schneeflocken kann die blinde und taube Marie Heurtin (Ariana Rivoire) nicht sehen - aber fühlen.  Foto: 

National Gallery

Der US-Filmemacher Frederick Wiseman hat der Londoner National Gallery eine rund dreistündige Dokumentation gewidmet. Klingt langweilig? Wer Wisemans Arbeiten über das Ballett der Pariser Oper oder die Eliteuni Berkeley kennt, der weiß, dass seine Dokus nicht nur bilden, sondern zugleich auch unterhalten. In dem ihm eigenen Stil ohne Kommentare und Interviews zeigt der Regisseur ausgestellte Bilder, Museumsbesucher beim Schauen, Führungen für Kinder und Erwachsene, Kunstkurse für Sehbehinderte, Diskussionen über Ausrichtung und Öffentlichkeitsarbeit der Galerie und die Arbeit eines Konservators. Man muss sich allerdings einlassen auf ein Mosaik aus Eindrücken, auf langsame Schnitte und viel Stille. (Frankreich, USA 2014, 181 Min., FSK 0)

Litling

Nach dem Unfalltod von Kai besucht sein Lebenspartner Richard (Ben Whishaw, "Das Parfum", "Cloud Atlas") Kais Mutter Junn (Cheng Pei-Pei, "Tiger and Dragon") im Seniorenheim. Junn, die in China aufgewachsen ist, lebt seit 40 Jahren in England, hat aber nie die fremde Sprache gelernt. Richard ist für sie nur ein Fremder, der ihr ihren Sohn weggenommen hat. Dass Kai schwul war, hat er ihr nie erzählt. Behutsam, ohne gemeinsame Sprache und ohne gemeinsame Erinnerungen, nehmen die beiden mit Hilfe der Übersetzerin Vann Kontakt zu einander auf. In seinem Debütfilm "Litling" zeigt Hong Khaou, dass man man Liebe und Trauer teilen kann, ohne sie übersetzen zu müssen. (GB 2014, 86 Min., FSK ohne Angabe)

Die Sprache des Herzens

Nach einer wahren Begebenheit erzählt dieser Film des Regisseurs Jean-Pierre Améris von Marie Heurtin. Sie wird im 19. Jahrhundert taub und ohne Augenlicht geboren. Maries Vater, ein einfacher Handwerker, sorgt dafür, dass seine kleine Tochter in die Obhut eines Klosters gelangt. Im Institut Larnay, unweit von Poitiers, kümmern sich Nonnen um taube junge Frauen. Die Mutter Oberin zwar hat ihre Zweifel, Schwester Marguerite aber nimmt sich des "wilden kleinen Tieres" an. Schwester Marguerite tut alles in ihren Kräften Stehende, um der kleinen Marie aus ihrer Dunkelheit heraus zu helfen. Gezeigt wurde "Die Sprache des Herzens" unter anderem beim Filmfestival von Locarno. Ausgezeichnet wurde der Film mit dem "Prädikat besonders wertvoll". (Frankreich 2014, 95 Min., FSK 6)

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