Musikwelt nach Tod von Linkin-Park-Sänger Bennington geschockt

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Chester Bennington auf der Beerdigung von Chris Cornell im Mai.  Foto: 

Mit Bestürzung haben Fans und Kollegen auf den Tod von Linkin-Park-Sänger Chester Bennington reagiert. Der 41-Jährige war am Donnerstagmorgen erhängt in seinem Haus in einem Nobelvorort von Los Angeles aufgefunden worden. Die Rechtsmediziner gehen von einem „möglichen Suizid“ aus.

Die Band war nach Erscheinen ihres siebten Albums „One More Light“ Ende Juni als einer der Headliner des größten süddeutschen Rockfestivals Southside in Neuhausen ob Eck aufgetreten. Ihre aktuelle Tour musste die 1996 gegründete US-Rock-Band nun abbrechen. Er sei „schockiert und untröstlich“, schrieb Gitarrist Mike Shinoda auf Twitter.

Bennington hinterlässt sechs Kinder aus zwei Ehen. Nur Stunden vor seinem Tod hatte die Band ein Video zu ihrer jüngsten Single veröffentlicht. In dem Titel „Talking To Myself“ (etwa: „Ich rede mit mir selbst“) scheint Bennington den Blickwinkel seiner Frau Talinda Ann Bentley einzunehmen, die ihn anfleht, seinen Drogenmissbrauch in den Griff zu bekommen. Bereits in seiner Jugend hatte Bennington begonnen, Alkohol zu trinken und harte Drogen zu nehmen.

Vor einigen Jahren machte Bennington öffentlich, dass er während seiner Kindheit von einem Freund seiner Eltern vergewaltigt wurde, zum ersten Mal im Alter von sieben Jahren. Der Missbrauch habe sein „Selbstvertrauen zerstört“, sagte der Sänger 2014 der britischen Musikseite Team Rock. „Wie die meisten Leute hatte ich zu viel Angst, etwas zu sagen. Ich wollte nicht, dass die Leute denken, dass ich schwul bin oder lüge.“ Als Bennington elf Jahre alt war, ließen sich seine Eltern scheiden.

Als Ventil für seinen Zorn entdeckte er schließlich die Musik. Sein charakteristischer wütend-fauchender, aber immer wieder auch melodischer Gesang wurde stilbildend für das Genre des Nu Metal, in dem harte Metal-Klänge unter anderem mit rhythmusorientierten Hip-Hop-Ele­menten verwoben werden. Linkin Parks 2000 erschienenes Debütalbum „Hybrid Theory“ wurde allein in den USA mehr als zehn Millionen Mal verkauft.

Sängerin Avril Lavigne reagierte bestürzt auf den Tod Benningtons, mit dem sie etwa 2004 bei „Rock am Ring“ auf der Bühne stand. Ihr bleibe vor allem die Liebenswürdigkeit des Sängers in Erinnerung.

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