Mordillos Knollennasen bekommen eine Stimme

Guillermo Mordillo wurde am 4. August 1932 in Buenos Aires geboren. Seine weltbekannten Knollennasenmännchen sind jetzt in München zu sehen.

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Künstler und Cartoonist Guillermo Mordillo in der Münchner Ausstellung vor zwei seiner verkäuflichen Drucke. Foto: dpa

Mordillo wirkt durchs Bild. Etwa das Titelbild einer Ausstellung seiner Cartoons, die noch bis Samstag in München zu sehen ist: 14 männliche Artisten haben sich zu einer beeindruckenden Menschenpyramide aufgetürmt - getragen werden sie von einer Frau, die nebenbei mit einer Hand bügelt und mit dem Fuß den Kinderwagen schaukelt. Durch solch humorvolle Zeichnungen ist der gebürtige Argentinier zur Legende geworden. Am Samstag wird er 80 Jahre alt. Zur Eröffnung der Geburtstagsausstellung "4 mal 20 Jahre jung" in der Galerie Heitsch beim Viktualienmarkt verriet Mordillo vergangene Woche Geheimnisse seines Schaffens.

Acht Monate des Jahres lebt er in Monaco, die vier Sommermonate verbringt er auf Mallorca. 1964 sei er das erste Mal in München gewesen, erzählte er. Damals hätten ihn nur seine Eltern und seine Geschwister gekannt - heute kenne seine Bilder fast die ganze Welt. "Das ist ein Geschenk, das mir das Leben gab. Ich bin ein sehr glücklicher Mann."

Guillermo Mordillo, so sein vollständiger Name, kam am 4. August 1932 in Buenos Aires zur Welt. Mit 16 Jahren machte er ein Zeichner-Diplom, mit 18 Jahren begann er als Zeichner in Trickfilmstudios. Die frühen Jahre seines Schaffens verbrachte er in Peru und den USA, wo er an der Verfilmung der Popeye-Comics mitarbeitete. Zu dem Mordillo, den heute so viele kennen und lieben, wurde er nach seinem Umzug nach Europa: 1963 siedelte er ohne einen Brocken Französisch zu sprechen nach Paris über. "Also habe ich einfach ohne Text gezeichnet." Bis heute kommen seine Cartoons ohne Sprechblasen aus. Und seine Figuren sind markant durch die immer wiederkehrende Knollennase und die runden Bäuche. "Ich wollte ein Geschöpf erfinden, das geliebt werden würde. Das war alles", sagt Mordillo. Die ersten seiner bislang 1008 Cartoons erschienen 1966, ab Mitte der 70er Jahre entstanden Zeichentrickfilme für ARD und ZDF. Derzeit entwickelt er Figuren für einen Kinofilm. Zum ersten Mal bekommen seine charakteristischen Figuren und Tiere dabei auch eine Stimme.

Zeichnen sei für ihn keine Arbeit, sondern Leidenschaft. Immer höre er dazu klassische Musik. Der kleingewachsene Argentinier, der mit seiner Frau Amparo Camarasa seit 43 Jahren verheiratet ist und zwei Kinder hat, sieht sich als "sehr optimistischen Pessimisten". Neben München gibt es auch in Neapel, Tel Aviv und Bratislava rund um seinen Geburtstag Mordillo-Ausstellungen.

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