Kunstmuseum Ravensburg zeigt Lothar Fischer

Lothar Fischer war ein Bildhauer, der immer nach der menschlichen Figur gesucht hat. Das Kunstmuseum Ravensburg zeigt nun eine Werkschau.

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"Knieender weiblicher Torso" aus dem Jahr 1985.  Foto: 

Natürlich gehört Lothar Fischer (1933-2004) zu den bemerkenswerten Künstlerpersönlichkeiten nach dem Zweiten Weltkrieg. Es ist auch legitim, wie jetzt bei "German Pop" in der Frankfurter Schirn, dass Lothar Fischer zusammen mit der von ihm mitbegründeten Münchner Künstlergruppe SPUR zu den Wegbereitern der deutschen Pop Art gezählt wird. Aber die gerade im Kunstmuseum Ravensburg eröffnete Werkschau mit Arbeiten aus allen Schaffensphasen zeigt doch deutlich, dass sich dieser deutsche Bildhauer und Zeichner von den britischen und amerikanischen Protagonisten der Pop Art in keiner Weise beeindrucken ließ.

Allenfalls drei Exponate in der Ravensburger Ausstellung, die Große Tube und die Kleine Tube von 1968, auch die witzige Tonskulptur "Mädchen im Bad" von 1967 lassen Gemeinsamkeiten erahnen. Wenn es auch ein sehr weiter Weg ist von der skulptural sicher interessanten Farbtube zu den formal genau definierten Campbell-Suppendosen. Zumal Lothar Fischer aus allen Materialien eine meist menschliche Figur herauszuschälen sucht.

Dass er sich bei seinen Kunstfindungen ausschließlich von Alltagsbeobachtungen inspirieren ließe, kann man auch nicht sagen. Denn er bewegt sich nahezu immer auf dem Terrain der Sagen und Legenden, eine Urmutter formt er schon 1958 in Ton, in den späten siebziger Jahren haben es ihm die altägyptischen Sphinxe und andere Tempelwächter angetan, Bogenschützen und Krieger, Minotauren, St. Georg, Salome und archaische Akte, ja, auch arg gefällige und ins Groteske verliebte Gestalten bevölkern seine Werkstatt. Fischer ist meilenweit von plattem Realismus entfernt, auf der Suche nach einer neuen Figuration landet er meist schnell in surrealen Gefilden und im Märchen.

Auch der Aquarellist und Zeichner Lothar Fischer ist nicht bei den Pop-Artisten in die Schule gegangen, seine Lehrmeister kommen eher aus dem Informel, heißen Wols oder Bernard Schultze, Paul Klee gehört ganz bestimmt auch dazu. Im Kunstmuseum Ravensburg erfährt Fischer nun eine umfangreiche Hommage.

Info Bis 21. Juni im Kunstmuseum Ravensburg; www.kunstmuseum-ravensburg.de

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