Kulturtage in Karlsruhe zum Ersten Weltkrieg

Was Krieg ist, weiß Karlsruhe. 120 Menschen, darunter 71 Kinder starben, als am Fronleichnamstag 1916 französische Bomber statt des Bahnhofs die Besucher einer Zirkusveranstaltung trafen.

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Auch daran wird erinnert, wenn morgen die 22. Europäischen Kulturtage Karlsruhe eröffnet werden. Sie stehen unter dem Megathema dieses Jahres: "2014-1914/Frieden+Krieg". 19 Tage lang überzieht das alle zwei Jahre stattfindende Festival Karlsruhe mit einem prallen Programm, für das die Veranstalter (Stadt und Badisches Staatstheater) mehr als 30 Kooperationspartner gefunden haben - nicht zuletzt die Schwesterstadt Nancy und auch Straßburg.

In mehr als 100 Veranstaltungen - Ausstellungen, Konzerte, Theater, Oper, Film, Vorträge, Lesungen - setzt man sich mit unterschiedlichen Facetten des Ersten Weltkriegs und seinen Konsequenzen auseinander, vor allem mit künstlerischen Mitteln. Das Badische Staatstheater zeigt zum Beispiel das expressionistische Drama "Gas I & II" von Georg Kaiser, eine Inszenierung in Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen 2013. Die Städtische Galerie stellt die existenzielle Not im Bild aus: "Krieg, Gewalt, Verletzlichkeit". Die Evangelische Stadtkirche hat in ihre Archive geschaut und Kriegspredigten und Waffensegnungen gefunden.

Als Stadt der Residenz des Rechts eröffnet der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, die Kulturtage mit einem Vortrag zur friedenssichernden Verfassungsgerichtsbarkeit. Und ein dreitägiges historisches Symposium am ZKM, das in den Hallen der einstigen Rüstungsschmiede IWKA untergebracht ist, schlägt den Bogen zur Gegenwart: "Immer noch Krieg. Vom Giftgas zur Drohne." "Vater" der im Ersten Weltkrieg erstmals eingesetzten Giftgaswaffen war Fritz Haber, einst Ordinarius in Karlsruhe. Mit 410 000 Euro insgesamt finanzieren Stadt und Land die Kulturtage. www.europaeische-kulturtage.de

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