Kommentar zu Wahl des Intendanten am Theater Ulm

|
Autorenfoto Könneke Volkmar  Foto: 

Spannend wird es nächsten Mittwoch werden, wenn der Ulmer Gemeinderat den neuen Theaterintendanten zu wählen hat. Sehr spannend: Denn die Finalisten Nicola May, Matthias Fontheim und Kay Metzger wollen sich vorab nicht in die Karten schauen lassen. Sie haben es, in konzertierter Aktion, abgelehnt, ein paar Fragen der SÜDWEST PRESSE zu beantworten. Konkrete Pläne und Personalüberlegungen wollten sie zunächst dem Gemeinderat vorstellen. Dieser sei für die Entscheidung zuständig und „sollte daher unsere Konzepte auch direkt von uns am 14. Dezember zur Kenntnis nehmen“.

Abgesehen davon, dass die drei Finalisten sich bereits im Kulturausschuss (nichtöffentlich) präsentiert und die Fraktionen besucht haben, ihre Namen bekannt sind und in der Stadt diskutiert werden: Es ist erstaunlich, dass Theatermacher die öffentliche Bühne scheuen. Die Frage, welche Opern, Schauspiele, Musicals, Ballette sie möglichst bald aufführen wollten, ist ja kein investigativer Journalismus.

„Was sehen Sie als besondere Herausforderung am Theater in Ulm an? Wie stark möchten Sie sich selbst als Regisseur(in) einbringen? Würden Sie dafür streiten, die Ulmer Philharmoniker von der C- in die Tarifklasse B hochzustufen?“ Vielleicht erhält der Gemeinderat darauf Antworten. Es ist schwer genug, dann die richtige Wahl zu treffen. Die meisten Stadträte müssen nach kurzer Rede der Kandidaten und einer Fragerunde entscheiden, wer von 2018 an die Geschicke des Theaters bestimmt und jährlich 200 000 Besucher unterhalten muss.

Wem das dauerhaft gelingen soll, der muss mit dem Theater für Gesprächsstoff sorgen. Und zwar nicht mit einer Dauerbaustelle oder abgewetzten Sitzen, sondern mit guten Inszenierungen, tollen Schauspielern, Sängern, Tänzern, vor allem aber auch mit Stücken, die aufrütteln. Das ist viel verlangt für ein Großes Haus mit 830 Plätzen und einem gehobenen Al­tersdurchschnitt des Publikums. Andreas von Studnitz und sein Team schlagen sich da mit 76,5 Prozent Auslastung gut. Da muss natürlich das Theater nicht neu erfunden werden, auch Vertrautes, Bekanntes gehört auf den Spielplan – aber möglichst erfrischend aufbereitet.

Doch ein Intendant, eine Intendantin muss auch öffentlich für sein Haus streiten, sein Ensemble, seine Zuschauer, die Politiker, die Kulturverwaltung fordern. Denn es ist das Theater der Ulmer: also hingehen nächste Woche, wenn das Rathaus zur Bühne wird. Auch das wäre eine Frage an die Finalisten: Was klingt eigentlich besser – Theater Ulm oder Ulmer Theater?

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Albi: Edeka übernimmt Mitarbeiter

Der Edeka-Verbund hat am Freitag das komplette Unternehmen der Albi GmbH & Co. KG in Bühlenhausen übernommen. weiter lesen