KLASSISCH: Trios aus den Wolken

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Kaija Saariaho, 1952 in Helsinki geboren, zählt zu den bedeutendsten Komponistinnen ihrer Generation. Am 14. Oktober feierte sie ihren 60. Geburtstag. Zu dem Anlass ist beim finnischen Label "Ondine" eine herausragende Kammermusik-CD erschienen, auf der fünf Trios für unterschiedliche Besetzungen (z.B. Flöte, Schlagzeug, Sopranstimme, Viola, Cello und Klavier) zu hören sind. Berühmtheit erlangte die Finnin vor allem mit Orchesterwerken wie "Lichtbogen" oder "Nymphea", die zwar auf moderne Kompositionsprinzipien wie etwa Clustertechniken und Mikrotonalität rekurrieren, diese Verfahren aber transparent machen für ein geradezu magisch anmutendes Klanggeschehen von großer Suggestivität und Transparenz. All diese Eigenschaften finden sich auch in ihren Trios, die mit Titeln wie "Mirage" oder "Cloud Trio" überschrieben sind und von den Interpreten mit ebenso viel pulsierender Leidenschaft wie analytischer Klarheit ins Werk gesetzt werden. Diese CD ist ein tolles Kompendium der Triokunst.

Drei Fragen an . . .

. . . die

Komponistin

Kaija Saariaho

Welchen Stellenwert nimmt Kammermusik in Ihrem Schaffen ein?

KAIJA SAARIAHO: Ich liebe Kammermusik, sie ist das wahre Herz der Musik. Ich habe viele Kammerkompositionen geschrieben und nehme mir jedes Jahr die Zeit, zwischen den großen Werken auch Stücke für kleinere Besetzung zu schreiben. In der Kammermusik zählt jedes Detail, und das ist zugleich sehr herausfordernd und inspirierend.

Was haben Titel wie "Cloud Trio" in Ihren Kompositionen zu bedeuten?

SAARIAHO: Die Titel entstehen häufig zugleich mit dem musikalischen Material. Alle Parameter meiner Musik stehen in enger Beziehung zueinander: Material, Form, Titel. In meinem "Cloud Trio" beschreibe ich die Wolken aber nicht. Es handelt sich vielmehr um eine Metapher, die ich dann auf einer abstrakten Ebene zusammen mit dem musikalischen Material entwickele. Die erste Idee mag von etwas Konkretem herrühren, aber die fertige Komposition ist rein musikalisch.

Empfinden Sie sich selbst als eine typisch finnische Komponistin?

SAARIAHO: Auf der einen Seite bin ich mir nicht sicher, ob ich so denken kann. Andrerseits empfinde ich mich immer noch als eine sehr finnische Person. Selbst wenn ich über die Jahre hinweg stets sehr schüchtern war, hat sich mein öffentliches Auftreten verändert. Da meine Musik meine Person reflektiert, dürfte auch die Musik in dieser Art und Weise finnisch sein. Der musikalische Ausdruck und der Weg, in die Tiefe zu gehen und große Formen mit langen Zeitspannen zu bilden, ich denke, das alles ist sehr nordisch.

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