Klassisch: Romantische Violinkonzerte

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Die hoch romantischen Violinkonzerte von Peter Tschaikowski und Jean Sibelius zählen zu den schönsten, sicherlich auch meist gespielten und aufgenommenen Werken ihrer Art. Braucht man also noch eine weitere CD? Beim Hören dieser  Neuaufnahme mit der Staatskapelle Berlin unter Daniel Barenboim und Ausnahme-Solistin Lisa Batiashvili – sie spielt hier auf einer Guarneri del Gesù von 1739 – wird die Antwort schnell klar: unbedingt! Ihr Geigenton ist von einer derart verführerischen Noblesse, Reinheit und Ausdruckstiefe, dass die Werke ganz neu zu sprechen beginnen. Auch das ungemein differenzierte, klangschöne Spiel der Staatskapelle begeistert von den ersten Takten an. Selten hat man die Konzerte auf CD so innig-intensiv und dabei so virtuos-romantisch genießen können wie hier.

Frau Batiashvili, wie haben Sie die Arbeit mit den Musikern erlebt?

Lisa Batiashvili: Die Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim sind einfach traumhaft, echte Ausnahme-Musiker, die mit Freude und Hingabe an die Sache herangehen. Ich denke, wir haben bei den Aufnahme-Sessions eine glückliche Einheit gebildet. Gleich bei unserer ersten Zusammenarbeit fühlte ich mich wie in einer neuen und ganz besonderen Familie willkommen. Inzwischen spiele ich auch viel Kammermusik mit den Mitgliedern der Staatskapelle, so dass die künstlerische Freundschaft sich immer mehr vertieft.

Tschaikowskis Violinkonzert ist ein echter Repertoire-Schlager. Wie haben Sie es für sich – neu – entdeckt?

Ja, das Werk ist wirklich oft zu hören, trotzdem, so denke ich, sollte man es als Solist immer wieder so einstudieren, als ob man es zum ersten Mal spielt. Im Laufe meiner Beschäftigung habe ich seine Schönheiten immer mehr für mich entdeckt, es ist gewissermaßen ein Teil von mir geworden – weil es mir die Möglichkeit gibt, mich selbst darin auszudrücken. Wenn man als Interpret seinen ganz persönlichen Zugang zum Werk findet, wird es bei jedem Spielen immer wieder neu und anders klingen.

Was war der Grund, das Sibelius-Konzert jetzt noch einmal auf CD zu bannen?

Es war der große Wunsch von Maestro Barenboim, das Sibelius-Konzert zusammen mit dem von Tschaikowski aufzunehmen. Mir bot sich dadurch die Gelegenheit, das Werk noch einmal aus einem anderen Blickwinkel heraus erleben und gestalten zu können. Ich habe mich dabei von einem faszinierenden Dirigenten begeistern und inspirieren lassen, dessen Erfahrung, Wissen und Gefühlstiefe mir so viele neue Ideen für die Interpretation vermittelt hat. Burkhard Schäfer

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