JazzArt-Festival beschert intensive Momente

Auch das 10. Jazz-Art-Festival trumpfte mit starken Live-Acts wie dem Trio des Oud-Virtuosen Rabih Abou-Khalil und dem Duo Wollny/Sauer auf.

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Heinz Sauer beim JazzArt Festival vor einem Uecker.  Foto: 

Eröffnet wurde das 10. Internationale Jazz-Art-Festival in Schwäbisch Hall vom 90-jährigen Saxophonisten Emil Mangelsdorff mit Swing und klassischen Jazz; den Schlusspunkt setzte Weltstart-Bassist Stanley Clarke mit seinen Jungschar-Virtuosen. Dazwischen erlebten die Besucher an Spielorten wie der Hospitalkirche oder der Kunsthalle Würth beflügelte und emotional tief berührende Konzerte.

Die in London lebende Ungarin Veronika Harcsa und ihr Gitarrist Balint Gyémánt zeigten, was in Minimalbesetzung möglich ist, wenn Hochbegabung und Hingabe vereint werden. Mitten im Jazz und oftmals in der musikalischen Nähe der späten Joni Mitchell verzauberte die feenhafte Vokalistin mit sopranistischer Brillanz ebenso wie in bluesigen Tiefen oder zog die Besucher mit Scat-Power in ihren Bann.

Das Trio des aus Beirut stammenden Rabih Abou-Khalil konnte man ebenfalls in Hochform und mit etlichen Livepremieren erleben. Mit Luciano Biondini, einem Giganten am Akkordeon, und dem Perkussionisten und Drummer Jarrod Cagwin gelang es ihm spielend, einen Sog aus orientalisch geprägten Turbulenzen und folkloristisch gefärbtem Jazz zu gestalten. Der Meister der Oud unterhielt und bewegte zudem mit einigen seiner tausend augenzwinkernden Geschichten. In einem Stück wie "Dreams Of A Dying City" ließ er zudem die bleierne Melancholie der sterbenden Metropolen des Nahen Ostens spürbar werden. Auch für Rabih Abou-Khalil spürbar ein besonderes Konzert.

Ausverkauft war das Duo-Konzert des Pianisten Michael Wollny, der seit Jahren die wichtigsten europäischen Musikpreise abräumt, und der Saxophon-Legende Heinz Sauer. Zunächst suchte Sauer zwischen all den bewussten gesetzten Überblasungen und geatmeten Noten den wahren Ton, doch Wollny umspielte, wirbelte, deckte mitunter auch zu oder forderte. Der Altmeister bohrte sich noch immer waghalsig und von der Uecker-Kunst im Raum inspiriert in die Klanggemälde zwischen roher Ästhetik, purer Eleganz und Schönheit. Das Konzert, die große Geschichte vom Suchen und Finden, inspirierend, erfüllend und in den tiefsten Schichten bewegend.

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