INTERVIEW: Start in der Klassikerstadt mit "Faust"

Von Stuttgart nach Weimar: Hasko Weber (49) startet in der Klassikerstadt als Intendant mit - ja, natürlich, mit Johann Wolfgang von Goethes "Faust".

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Hasko Weber, früher Intendant am Staatstheater Stuttgart, leitet nun das Weimarer Nationaltheater. Foto: dpa

Ein neuer "Faust" wird am Weimarer Nationaltheater, an Goethes Wirkungsstätte, mit Argusaugen betrachtet. Was kommt auf die Premierenbesucher an diesem Freitag zu?

HASKO WEBER: Es gibt keine Verkehrung oder Umkehrung der Faust-Figur. Ich sehe den Faust auch als Individuum auf der Bühne im absoluten Zentrum. Es ist eine Konzentration auf das Thema.

Welche Schwerpunkte sehen Sie für den Weimarer Spielplan?

WEBER: Wir wollen als Thüringer Staatstheater, das gleichzeitig Stadttheater ist, zunächst neugierig machen. Ich habe das Gefühl, dass erstmal eine Tür aufgestoßen werden muss. Es ist eine neue Saison, eine neue Intendanz. Bei den drei Premieren zum Auftakt (auch Wagners Oper "Lohengrin" und als Uraufführung "Weiskerns Nachlass" nach dem Roman von Christoph Hein) sind alle Sparten vertreten. Inhaltlich wird es neben der Beschäftigung mit dem klassischen Kanon immer auch um die Bezüge zum Jetzt und zum Heute gehen.

Was liegt Ihnen besonders am Herzen?

WEBER: Der Austausch mit dem Publikum. Wir machen ein Angebot mit unseren Inszenierungen und Konzerten und wollen die Reflexion und das Gespräch mit Besuchern und Stadt. Theater darf keine Einbahnstraße sein. Wir wollen herausfinden, wie sich unsere Suche im Konkreten mit den Erwartungen der Zuschauer deckt und wo sie auseinanderdriftet. Die Leute sollen das Gefühl entwickeln, dass sie bei uns gewollt sind.

Welchen Stellenwert messen Sie Kooperationen mit anderen Häusern bei?

WEBER: Ich halte es für sehr wichtig, unsere Kompetenzen auszutauschen. Kooperationen sind in der Zukunft mit Berlin, Rudolstadt oder Erfurt möglich - das ist noch völlig offen. Meine wichtigste Aufgabe ist die Stärkung des Hauses und seiner Position in der Stadt. Ich glaube aber fest daran, dass es in Zukunft sehr viel mehr um kooperative Zusammenarbeit gehen muss, weil ich darin die Chance einer kulturellen und künstlerischen Stabilisierung sehe. Gerade für die Thüringer Theaterlandschaft könnte das sehr interessant sein.

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