Interview mit der Bestsellerautorin Cornelia Funke

Bestsellerautorin Cornelia Funke bringt Kinder und Jugendliche zum Lesen - und will sie nun auch in Freiburg für klassische Musik begeistern.

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Liebt Klassik: die Bestsellerautorin Cornelia Funke.  Foto: 

Mit "Verzaubert" hat Cornelia Funke erstmals für ein deutsches Orchester eine Geschichte geschrieben - im Auftrag des Südwestrundfunks. Gelesen wird sie von Rainer Strecker, das SWR Sinfonieorchester spielt dazu Claude Debussys "Jeux. Poème dansé". Premiere ist am Donnerstag in Freiburg.

War es für Sie ungewohnt, sich eine Erzählung auszudenken, aus der Musik gemacht wird?
CORNELIA FUNKE: Antwort: Ich habe in den USA schon einmal eine Geschichte für klassische Musiker geschrieben und unendlich viel Spaß dabei gehabt. Ich höre selbst sehr viel Musik und nutze sie oft als Inspiration oder Einstimmung. In diesem Fall war das Nebeneinander von Musik und Geschichte die Herausforderung. Es war eine wunderbare Aufgabe für einen sehr schönen Anlass. Der Schauspieler Rainer Strecker, seit vielen Jahren die wunderbare Hörbuchstimme meiner Geschichten und ein guter Freund, hat mich dazu gebracht. Ich bin sehr froh darüber.

Welche Botschaft geht von diesem Stück aus?
Mit Botschaften bin ich sehr vorsichtig. Aber ich hoffe, dass meine Geschichte dazu beitragen kann, die Scheu vor klassischer Musik, die viele Kinder und Erwachsene haben, zu überwinden.

Welche Rolle spielt Musik für Sie?
Für mich ist Musik die größte Kunst, weil sie absolut grenzenlos ist und Wahrheiten ausdrücken kann, die sich Worten entziehen. Meine Eltern haben klassische Musik gehört und mir vorgespielt. Sie sind mit mir regelmäßig ins Theater gegangen. Und ich habe in der Schule zusätzlich Musikunterricht gehabt und sehr gern im Chor gesungen. Irgendwann habe ich auch Blockflöte gespielt.

Haben Sie das als Kind gerne gemacht?
Ich glaube, ich habe das alles nie bewusst als ein Heranführen an Musik begriffen. Es geschah eher selbstverständlich. Das erste Mal wirklich bewusst wurde mir meine Liebe zur klassischen Musik als Teenager, als ich so besessen von Schuberts Winterreise war, dass ich immer noch jedes Lied auswendig kenne. Seither hat Musik eine immer größere Rolle gespielt.

Sie schreiben Fantasieerzählungen ebenso wie Geschichten einer realen Lebenswelt. Was ist der Unterschied beim Schreiben?
Fantasy kommt für mich der Realität wesentlich näher, deshalb schreibe ich sie lieber. Unsere Wirklichkeit ist so unglaublich in ihrer Vielschichtigkeit, dieses Universum ist so unbegreiflich, dass für mich nur Fantasy das Wunder und den Schrecken unserer Existenz ausdrücken kann.

Sie schreiben für Kinder und Jugendliche. Fühlen Sie sich beim Schreiben zurückversetzt in Ihre eigene Kindheit und Jugend?
Nein. Ich gehe nicht gern zurück. Das, was ist oder kommt, interessiert mich wesentlich mehr. Ich schreibe für Kinder, die gerade Kinder sind. Aber ich wundere mich immer wieder darüber, dass so viele Erwachsene es schwierig finden, sich in Kinder hineinzuversetzen. Schließlich waren wir doch alle mal eins, oder? Ich würde mir wünschen, dass Erwachsene sich öfter in Kinder hineindenken. Das würde auch sie selbst manchmal weiterbringen.

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