Imposantes Weihnachtsoratorium in der Petruskirche

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Oliver Scheffels dirigiert das Weihnachtsoratorium in der Neu-Ulmer Petruskirche.  Foto: 

Mit Pauken und Trompeten beginnt das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach. Und so wunderbar kraftvoll fröhlich begann auch das Konzert mit den Kantaten I bis III in der Neu-Ulmer Petruskirche.

Der Kantor Oliver Scheffels hatte zusätzlich zum hauseigenen Chor die St. Veitskantorei aus Leipheim (Einstudierung Johanna Larch) aufgeboten, so dass ihm ein imponierender Klangkörper zur Verfügung stand. Diese vielköpfige Sängerschar sang so überzeugend und differenziert, dass es eine nicht enden wollende Freude war, ihr zuzuschauen und zuzuhören.

Immer nah am Text orientiert, verlangte Scheffels dem Chor viel Aufmerksamkeit ab, um seine ausgeklügelte Interpretation umzusetzen. Doch die Sängerinnen und Sänger folgten ihm meisterlich bei dynamischen Attacken und überraschend theatralischen Akzenten.

Unterstützt wurden sie vom Collegium musicum Ulm, das auch bei diesem Konzert in seiner fast 50-jährigen Geschichte wieder einmal sein stupendes Können unter Beweis stellte. Der satte Klang des Streicher-Ensembles mischte sich bestens mit dem Chor, die aufmerksame Continuo-Gruppe war ein zuverlässiger Begleiter der Rezitative, und die Bläsergäste spielten ebenfalls meisterlich in diesem beglückenden Konzert. Von den zahlreichen Solisten seien stellvertretend Nicole Morbach an der Flöte, Ursula Mahlert und Irene Göser-Streicher mit den Oboen d´amore und Konzertmeister Petr Hemmer auf der Violine genannt.

Nicht ganz so überzeugend war es um das Solistenquartett bestellt. Während Christian Huber aus Nürnberg mit klarem, volltönendem Bass und Anneka Ulmer aus Würzburg mit warmem Alt für Glanzpunkte sorgten, konnte die junge Ulmerin Bereneike Beitzel mit einem unruhigem Sopran nicht ganz überzeugen. Wolfgang Frisch-Catalano aus Augsburg, als Erzähler auf der Kanzel platziert, sang mit seinem angenehm timbrierten Tenor ausdrucksstark, blieb aber manchen hohen Ton schuldig.

Drei Stunden vor diesem insgesamt wunderbaren Konzert hatten die Beteiligten ein Weihnachtsoratorium für Kinder präsentiert. In der Fassung des Salzburger Geigers Michael Gusenbauer dauert das Ganze nur gute 45 Minuten und bringt den Nachwuchshörern das Geschehen um Christi Geburt und Bachs musikalische Umsetzung bestens nahe. Der Erzähler Sven Larch (manchmal etwas fahrig) berichtet von den Hirten, denen die Engel erscheinen, vom Kind in der Krippe mit dem pieksenden Stroh und sucht nach einem passenden Wiegenlied für das Neugeborene. Er lässt verschiedene Instrumente sich vorstellen, bis in der Oboe d’amore die angemessene Begleitung gefunden ist.

Es erklingen die passenden Ausschnitte aus den Kantaten in gekürzter Form, was mit großem Charme alles auf den Punkt bringt. Die zahlreichen Kinder in der auch am Nachmittag schon vollbesetzten Kirche waren sehr aufmerksame Zuhörer, wenn sie nicht von fotografierenden oder gelangweilt auf dem Smartphone spielenden Erwachsenen abgelenkt wurden.

Konzert Kann man Weihnachtslieder auch swingend interpretieren? Man kann, sagen die Sängerin Beate Sampson und der Pianist Christian Gabriel. Sie gastieren mit ihrem Programm „Christmas Jazz“ morgen, Mittwoch, 19.30 Uhr, in der Petruskirche. 

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