Heidemarie Ziebandt und Martha Bilger: Alltag mit Strichen

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„Schwarz auf Weiß“, QR-Code von Heidemarie Ziebandt.  Foto: 

Unterschiedlicher könnte die Formensprache kaum sein als in den Zeichnungen von Heidemarie Ziebandt und Martha Bilger, die gemeinsam in der Galerie im Kornhauskeller ausstellen. Bilger bevorzugt die freie, abstrakte Kohlezeichnung mit einer auffallend gleichmäßigen Strichstärke. Dabei zeigen Verdichtung und Vereinzelung der Lineamente eine offene Regelhaftigkeit, wenn Linien zwar nicht exakt parallel geführt werden, aber zwei, drei von ihnen doch einen ähnlichen Verlauf nehmen.

Regelhaftigkeit und klaren Strukturen folgt dagegen Ziebandt. Wobei zumindest der äußere Anschein nicht allein auf streng geometrisch angelegte Artefakte verweist. Dünne, stets gerade Linien ziehen sich in ständigen Verästelungen, die letztlich auch als mikroskopische Strukturen, als organisch Gewachsenes gelesen werden können, übers Blatt,

Neben den Zeichnungen zeigt Heidemarie Ziebandt Objekte aus bemaltem Würfelzucker, den sie zu Quadern, Würfeln, zu funktionierenden QR-Codes zusammensetzt. Auch hier bilden die Farbe beziehungsweise die Fassung des Würfelzuckers Linien und also Strukturen. Zucker wird bei Ziebandt zu einem plastischen Material mit  spezifischem Verhalten und eigenwertiger Ästhetik.

Dieses Verfahren ist auch Martha Bilger nicht fremd, wenn man an frühere Objekte aus MDF-Platten und Gummi denkt. Auch die aktuellen Kohlezeichnungen sind keinesfalls prätentiös oder kapriziös, sie wirken entschieden und bisweilen, mit ex­tremen Verdichtungen, wie innere Entladungen. Das Virtuose wird nicht angestrebt, eher die freie Zeichnung als Ausdruck einer inneren Haltung, die klare wie extreme Momente kennt. So sind beide Künstlerinnen  dem Alltag auf der Spur. Ziebandt mit ihrem spezifischen Material, Bilger über eine Linienführung, die Spontanität und formalen Willen vereint. Otfried Käppeler

Info Bis 21. Januar: Di-Fr 14-18, Sa 11-14 Uhr.

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