Georg Philipp Telemann: Heiteres Genie

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Erfolgreicher Autodidakt: Georg Philipp Telemann.  Foto: 

Zu Lebzeiten war Georg Philipp Telemann als größter Komponist neben Händel gefeiert worden, nach seinem Tod schon bald als Schreiber von „Fabrikware“ verleumdet. Mittlerweile wird er wieder geschätzt und anlässlich des 250. Todestags am 25. Juni werden seine Sinfonien, Rokoko-Suiten, Klaviermusiken und Kantaten häufiger gespielt denn je.

3600 Werke hat Telemann hinterlassen, er ist einer der produktivsten Komponisten überhaupt. Einerseits war er ungeheuer fleißig, andererseits ist er 86 Jahre alt geworden und hatte bis zuletzt gearbeitet.

Georg Philipp Telemann, am 24. März 1681 in eine Magdeburger Pastorenfamilie hineingeboren, war ein schulisch frühreifes Wunderkind. Er begann zu komponieren. Der Mutter gefiel das gar nicht, sie hatte sich sagen lassen, ihr Sohn würde dann in die Gauklerszene abgleiten. Also wurden seine Instrumente beschlagnahmt und er auf eine andere Schule nach Zellerfeld geschickt.

Es nützte nichts: Der dortige Superintendent Caspar Calvör ermutigte ihn, weiter zu musizieren. Auch auf dem Gymnasium in Hildesheim erlernte er – meist als Autodidakt und heimlich – Violine, Gambe, Oboe, Schalmei, Orgel, Bassposaune und andere Instrumente. In Leipzig, wo er 1701 ein Jura-Studium begann, mischte er rasch in der Musikszene mit.

Telemann wurde als Musiker bekannt und erfolgreich. Er war von 1712 an städtischer Musikdirektor und Kapellmeister der Barfüßer- und Katharinenkirche in Frankfurt. Seine Hauptschaffenszeit begann  1721, als er Director Musices in Hamburg, zudem Kantor für fünf lutherische Stadtkirchen und ein Jahr später Leiter der Oper wurde. Hier entstanden die „Wasser-Ouvertüre“, die „Hamburger Ebb’ und Flut“ und „Die ungleiche Heirat“. Diese Ehe- und Mitgift-Groteske gilt als sein größter Heiterkeitserfolg.

Telemanns eigene, zweite Ehe ging unglücklich zu Ende, nachdem seine Frau ohne sein Wissen ein Vermögen verspielt hatte. Doch ihn verbitterte dieser Schicksalsschlag nicht, er widmete sich fortan seinem Garten. Und komponierte.

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