Forschung zu Film-Avataren: Lippenstift wirkt böse

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Am Computer generierte Gesichter, die mit „Face-Maker“ erstellt worden sind.  Foto: 

Stuttgart. Markante Wagenknochen, blasse Haut, knallroter Lippenstift – wer am Computer für Computerspiele, Animationsfilme, Apps und Virtual-Reality-Anwendungen einen weiblichen Schurken erschafft, kommt dabei meist der exzentrischen Cruella De Vil aus Disneys „101 Dalmatiner“ nah. Kein Wunder, sagen Forscher der Uni Stuttgart, die sich mit der Wirkung virtueller Charaktere befassen. Die Menschen hätten eine sehr genaue Vorstellung davon, wie ein Held, ein Schurke oder eine unheimliche Figur in der digitalen Welt auszusehen hat, ergaben Untersuchungen eines Teams um Professor Niels Henze.

Die bestätigen etwa das Phänomen des „Uncanny Valley“ („Unheimliches Tal“), dass Figuren, die realistisch wirken, aber nicht vollkommen menschlich, als abstoßend empfunden werden. Um vom Nutzer angenommen zu werden, kann also eine bewusst abstrakte Darstellung besser sein als eine fast perfekt realistische.

Große Augen, hohe Stirn – Trickfilm-Merkmale, mit denen die Wirkung von Gesichtern beeinflusst wird, funktionieren weltweit, sagt Volker Helzle vom Animationsinstitut der Filmakademie Baden-Württemberg. „Ein trauriges Gesicht kann jeder lesen.“ Realistische Darstellungen seien oft noch nicht sehr überzeugend, auch wenn der Film „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ mit dem alternden Brad Pitt schon 2008 Maßstäbe setzte.

Wie man Gesichter empfindet, versuchen die Forscher mittels Elektroenzephalografie (EEG) zu erfahren. Dabei wird die elektrische Aktivität des Gehirns von Probanden gemessen, während sie virtuelle Gesichter anschauen. Zudem gibt es den „Face-Maker“ im Internet, wo schon 800 Teilnehmer einer Studie virtuelle Gesichter erstellten.

Glatte, makellose Haut scheint den Teilnehmern besonders wichtig. Der typisch männliche Bösewicht hat dichte Augenbrauen und einen kräftigen Kiefer. Als abstoßend werden unnatürliche Proportionen empfunden, Abweichungen vom Durchschnitt. Auch Haargestaltungen sind Henze zufolge „sehr wichtig für die Wahrnehmung und Gestaltung des übrigen Gesichts“.

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