Elbphilharmonie: Gilbert neuer Chefdirigent

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Von New York nach Hamburg: Dirigent Alan Gilbert.  Foto: 

Ausverkauft wäre die Elbphilharmonie auch, „wenn Kamm spielende Putzfrauen auftreten würden“, sagte Christoph Lieben-Seutter, der Intendant, euphorisch. Trotzdem sind Weltklasseorchester und -solisten in dem vielleicht spektakulärsten Konzerthaus der Welt zu erleben – als Gäste. Und natürlich hätte Lieben-Seutter gerne ein Residenzorchester, das ähnliche Bewunderung auslöste wie die Architektur von Herzog & de Meuron. Doch in der Münchner oder Berliner Liga spielen die Hamburger Orchester nicht.

Clever aber hatte der Norddeutsche Rundfunk schon 2005 einen Partnervertrag mit dem Senat abgeschlossen: Das Sinfonieorchester des NDR mutierte zum NDR Elbphilharmonie Orchester und eröffnete unter Thomas Hengelbrock zwölf Jahre später das Konzerthaus. Tolle Akustik, der Chefdirigent aber musste Kritik für die musikalische Qualität einstecken – am Weltniveau gemessen. Kent Nagano, der mit dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg ebenso eine Abonnement-Reihe in der „Elphi“ dirigiert, hat die bessere Presse.

Hengelbrock ist ein Spezialist der Alten Musik (mit seinem Bal­thasar-Neumann-Ensemble) und dennoch vielseitig, hat schon Wagner in Bayreuth dirigiert und noch einen Job beim Orchestre de Paris inne. Jetzt am Dienstag aber kam die überraschende Meldung, dass der 59-Jährige seinen Vertrag mit dem NDR nicht verlängern wolle – und gestern schon stellte der Sender Alan Gilbert vor, als Nachfolger Hengelbrocks von 2019 an. Kultursenator Carsten Brosda sagte: „Ich bin mir sicher, dass er mithelfen wird, Hamburg und die Elbphilharmonie auch international weiter kulturell fest zu verankern.“

Das klingt alles ein bisschen so wie beim plötzlichen Trainerwechsel im Fußball. Nur die Champions League zählt: Gilbert, 50, stammt nicht nur aus New York, er hat dort seit 2009 als Chef die berühmten New Yorker Philharmoniker geleitet und vitalisiert; war aber bis 2015 schon Erster Gastdirigent beim NDR in Hamburg. Ein Top-Dirigent also, der mit seinem neuen Orchester der Elbphilharmonie alle Ehre machen soll.

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