Duden ist Sprachpanscher des Jahres

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Der Verein Deutsche Sprache in Dortmund hat den Duden zum "Sprachpanscher des Jahres" gekürt. Wie kaum eine andere Organisation trage der Duden seit Jahren dazu bei, dass sich sprachliches Imponiergehabe im Glanze einer quasi amtlichen Zustimmung sonnen dürfe, erklärte der Verein am Montag.

Er vergibt den Titel "Sprachpanscher des Jahres" seit 1998. Vor allem kritisiert der Verein die Aufnahme von verzichtbaren Anglizismen in das 1880 von Konrad Duden erstmals veröffentlichte Wörterbuch der deutschen Sprache, das ursprünglich nur zur Überprüfung der Rechtschreibung gedacht war.

Anstelle des englischen Wortes Stalker bietet sich nach Auffassung des Vereins das deutsche Wort Nachsteller an, statt E-Business Netzhandel, statt Laptop der Klapprechner. Den eigenen Grundsätzen des Duden folgend, alle Wörter ohne weitere Wertung aufzunehmen, wenn sie nur hinreichend oft in der deutschen Sprache vorkommen, müssten auch die deutschen Begriffe Eingang in das Nachschlagewerk finden, fordert der Verein.

Den zweiten Platz der Negativ-Auszeichnung belegt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Schäuble falle durch sein Insistieren auf der englischen Sprache selbst in Anwesenheit von Dolmetschern allen Versuchen in den Rücken, Deutsch als echte Arbeitssprache glaubhaft in der EU zu verankern, erklärte der Verein.

Zu den Preisträgern der vergangenen Jahre zählen das Unternehmen Karstadt, der Telekom-Vorstandsvorsitzende René Obermann, der ehemalige Deutsche-Bahn-Chef Hartmut Mehdorn und der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post, Klaus Zumwinkel.

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