Der rosarote Panther wird 50

Vor 50 Jahren erschien der rosarote Panther auf der Leinwand: Der gezeichnete Vorspann-Charakter wurde zur Ikone der Popkultur, die Titelmusik zum Evergreen und Peter Sellers als Inspektor Clouseau berühmt.

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Wer hat an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon - 50 Jahre her?

Tatsächlich, am 19. Dezember 1963 lief "Der rosarote Panther" in den Kinos an. In den deutschen wohlgemerkt, in England und den USA startete Blake Edwards Krimikomödie erst Anfang 1964.

Aber wer oder was ist dieser rosaroter Panther überhaupt? Ist das nicht dieses schnurrige Zeichentrick-Kerlchen, im Deutschen bestens bekannt als Paulchen Panther? Oder ist er vielleicht eine andere Bezeichnung für Inspektor Clouseau, den schusseligen Anti-Helden der Panther-Streifen?

Nein, im ersten Film erfährt man es: Der rosarote Panther ist ein großer Diamant. Seinen Namen hat er aufgrund seiner Farbe bekommen. Und wegen eines kleinen Schattens in der Mitte, der einem springenden Panther ähnelt.

Doch weshalb hat sich dieser Film, diese Figur, dieser Begriff derart tief in unser popkulturelles Gedächtnis eingeschrieben? So elegant und unterhaltsam diese Krimifarce auch ist, eigentlich wurde der Film allein schon durch seinen Vorspann zum Klassiker. Denn dort hatte der 1963 von Hawley Pratt und Friz Freleng gestaltete und zu Zeichentrickleben erweckte Panther seinen ersten Auftritt: ein liebenswertes, aber auch freches Tierchen in kuscheligstem Rosarot.

Und dazu erklang Henry Mancinis geistreicher, origineller Jazzpop. Musik, die dem Panther auf den Leib geschrieben wurde: der coole Rhythmus, der lässige Bass-Riff, das listige Altsaxophon-Thema - beim Komponieren dieses Hits hatte sich Mancini einen herumschleichenden Einbrecher vorgestellt.

"Der rosarote Panther" handelt nämlich von dem adligen Juwelendieb "Das Phantom" (David Niven), einem depperten Polizisten (Peter Sellers) und vielen schönen Menschen in schönen Kleidern an schönen Orten. Schließlich kommt es im Wintersportparadies Cortina dAmpezzo, wo Dahla, die Prinzessin von Lugasch (Claudia Cardinale), samt dem titelgebenden Diamanten Urlaub macht, zu haarsträubenden Verwicklungen, Verstrickungen und Verwüstungen. Höhepunkt ist ein Kostümfest, bei dem Clouseau und seine Polizisten in Tiermasken mitmischen: eine der skurrilsten Slapstick-Sequenzen überhaupt.

Die Jetset-Gaunerkomödie war ein Kassenschlager und machte Peters Sellers zum Star. Dabei war der erst unmittelbar vor Drehstart für Peter Ustinov eingesprungen. Mit Autor und Regisseur Blake Edwards hatte Sellers in wenigen Tagen die tolpatschigen Manierismen und den albernen Sprachstil Clouseaus entwickelt: ein Polizist, der sich für souverän und gewieft hält, aber nicht mal merkt, dass seine Frau es mit seinem Widersacher treibt.

Die Popularität Clouseaus veranlasste Edwards und Sellers, noch im gleichen Jahr eine Fortsetzung hinterherzuschieben: "Ein Schuss im Dunkeln" war ein Schnellschuss, wirkte aber wie ein Komödienknaller. Höhepunkt: Clouseaus Ermittlungen im Nudistencamp.

Danach zerstritten sich der Regisseur und sein launischer, exzentrischer Star. Doch als es in den 70ern mit beider Karriere den Bach runterging, erinnerten sie sich an ihre gemeinsame Schöpfung. So folgten 1974 bis 1978 drei Panther-Fortsetzungen, in denen die Nebenfiguren manchmal noch spaßiger sind als der Anti-Held. Etwa Chefinspektor Dreyfus, der von Clouseau in den Wahnsinn getrieben wird.

Sellers Tod 1980 hielt Edwards dann nicht davon hat, übrig gebliebene Szenen in einen weiteren Film zu montieren: "Trail of the Pink Panther" (1982). Noch zwei weitere Male versuchte Edwards, die Panther-Kuh zu melken, 1993 sogar mit Roberto Begnini als Clouseaus Sohn. Und schließlich trat Steve Martin, 2006 und 2009, in Sellers Fußstapfen, damit aber freilich eher ins cineastische Fettnäpfchen.

Erfreulicher verlief die Karriere des gewitzten gezeichneten Panthers. Von 1964 bis 1980 entstanden mit ihm 124 Kurztrickfilme (gleich der erste gewann den Oscar), und natürlich gab es von 1969 bis 1980 die berühmte Trickserie, die den Panther mit wissendem Blick im Kampf mit den Widrigkeiten des Lebens zeigt. Die Serie wurde in Deutschland vom ZDF verwurstet, aber durch die Zwischentexte des Synchronisations-Meisters Eberhard Storeck ("So mulmig weich wie lang gekochter Zwetschgenknödel / Wird einem nach nem Schlag mit der Wagentür im Schädel") und Gastcharakteren wie der blauen Elise zum Kult-Programm.

Widerlich hingegen, man kann es in dieser Geschichte leider nicht ignorieren, was die NSU-Neonazis mit Paulchen trieben: Sie kombinierten im Bekenner-Video zur Mordserie Ausschnitte aus der Trickserie mit menschenverachtenden Texten. Der populäre Pink Panther ist daran natürlich gänzlich unschuldig. Und so lebt er in vielen Wiederholungen der Filme - bitte ohne weitere Neuauflagen! - und der Zeichentrickserie fort. Denn Paulchen hält, was er selbst zum Ende jeder Folge trällernd verspricht: "Heute ist nicht alle Tage, ich komm wieder, keine Frage!"

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