Cleopatra aus Berlin: Dagmar Manzel an Komischer Oper gefeiert

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Die Wanne ist voll: Dagmar Manzel als Cleopatra. Foto: dpa  Foto: 

Ägyptische Königin mit Berliner Schnauze: „Tatort“-Kommissarin Dagmar Manzel ist jetzt als Cleopatra zu bestaunen. An der Komischen Oper wurde die Schauspielerin und Sängerin in der Operette „Die Perlen der Cleopatra“ stürmisch gefeiert.

Fast drei Stunden lang amüsiert Manzel in Mundart das Publikum mit dem fast vergessenen Stück von Oscar Straus (1870-1954). Es war 1924 mit der Diva Fritzi Massary und Hans Albers als römischen Eroberer Marcus Antonius erstmals am Metropol-Theater aufgeführt worden.

Cabaret, Jazz, Spätromantik und Wiener Walzer – unter der Oberfläche frivoler Unterhaltung nimmt dass Stück bürgerliche Konventionen aufs Korn. Die Librettisten Julius Brammer und Alfred Grünwald ahnten die Umwälzungen der 30er Jahre voraus. In der prüden Nachkriegszeit, weiß Regisseur und Intendant Barrie Kosky, wurde die Operette verstümmelt aufgeführt, anzügliche Gesangseinlagen („Meine kleine Liebesflöte“) wurden gestrichen. Sie werden nun mit viel Schmackes wieder gesungen.

Cleopatra hält über weite Strecken von ihrem königlichen Bett aus Hof, telefoniert mit ihrem Ausstatter und empfängt Gesandte, die sie mit Liebesperlenwein verzaubert. Gestört wird sie nur von der schönen Charmian, der eigentlichen „femme fatale“.

Dass es dabei politisch kompliziert wird, stört Cleopatra zunächst nicht weiter, auch als Hungersnot und ein Staatsstreich drohen. Sie will ja nur einen kleinen Flirt haben, es ist so mühsam, den ganzen Tag nur Königin zu sein. Ihr Herz öffnet sie allein der Katze Ingeborg, die Manzel als Handschuh am Arm trägt und der sie auch die Katzenstimme verleiht.

Gefeiert und getanzt wird ständig. Choreograph Otto Pichler lässt afrikanische Sklaven, römische Soldaten und das ägyptische Volk in bester Josephine-Baker-Manier aufspielen. Die spektakulären Kostüme von Victoria Behr tauchen die Bühne in eine Farbenpracht.

Dominique Horowitz spielt Cleopatras diensteifrigen Minister Pampylos mit unbändigem Witz, Peter Renz als Marcus Antonius gelingt es am Ende, die zickige Königin mit einem Berliner Bier doch noch zu erobern.

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