Cirio sprüht Graffiti gegen die Überwachung

Nach der NSA-Affäre scheint digitale Überwachung allgegenwärtig. Konzeptkünstler Paolo Cirio stellt Fundstücke dazu im öffentlichen Raum aus.

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Der italienische Medienkünstler Paolo Cirio macht mit einer Ausstellung in der Berliner Nome-Galerie sowie Aktionen im öffentlichen Raum auf die Auswirkungen der NSA-Affäre aufmerksam. Diese Woche klebte und sprühte der 35-Jährige Bilder von hochrangigen US-Geheimdienstmitarbeitern auf Hausfassaden und Brückenunterführungen in der Stadt. Seit gestern zeigt er auch mit "Overexposed" in der neuen Galerie neun Porträts: unter anderem Geheimdienstbeamte wie Keith Alexander (NSA), John Brennan (CIA), Michael Hayden (NSA) und Michael Rogers (NSA). Deren Fotos hat er sich über deren Facebook-Seiten, Twitter, Flickr und Blogs beschafft. So würden die Verantwortlichen der Überwachung selbst der Öffentlichkeit preisgegeben, sagt er.

"Wir sind alle verwundbar. Sogar die Mächtigen unter uns", schreibt der New Yorker Kurator Nato Thomson im Katalog. "Das scheint der Grundgedanke hinter den lächelnden Gesichtern (. . .) zu sein." Cirio tue dabei nichts kompliziertes oder unvernünftiges, sondern zeige, was bereits existiert, fordere Transparenz ein. Die vierfarbigen Porträts entstanden in der von ihm entwickelten HD-Stencil-Graffiti-Technik. Dazu sprüht er via Laser auf Schablonen übertragene Fotos in bis zu vier Farben übereinander.

"Die Aktion ist eine Mischung aus Street-Art und Pop-Art, sagt der in New York und London lebende Künstler, dessen Werk von namhaften Museen wie dem Victoria and Albert in London ausgestellt wurde und der 2014 von der Ars Electronica die Golden Nica erhielt. Info Paolo Cirios "Overexposed" in der Galerie Nome, Dolziger Straße 31, 10247 Berlin, bis 20. Juli.

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