Berauschender Bachklang mit dem Saxophonisten Christian Segmehl

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Franz Ramls Unverkrampftheit bezüglich der historischen Aufführungspraxis ist bewundernswert. In der Reihe „Originalklang“ kombinierte er jetzt moderne Instrumente wie Marimbaphon und Saxophon mit dem barocken Klang des Hassler-Consorts. Wenn dann noch der virtuose Saxophonist Christian Segmehl das Oboenkonzert in d-Moll von Johann Sebastian Bach mit versierten Instrumentalisten spielt, kommt es zu einer unerwarteten musikalischen Mischung.

Der klassisch ausgebildete Saxophonist Segmehl machte mit seinem weichen Ton aus dem Sopransaxophon das Konzert im Stadthaus zu einem Erlebnis. Er zauberte eine wundersame Klangfarbe in dieses Solokonzert und korrespondierte traumhaft mit den anderen Musikern: Elena Kaydanovsky und Ulrike Cramer (Violine), Luca Ronconi (Viola), Pavel Serbin (Cello) und Franz Raml am Cembalo. Jede Phrase klang klar und durchsichtig, fein artikuliert, bestens abgestimmt und beseelt von einer hohen Musikalität.

Auch das Oboenkonzert von Alessandro Marcello war bestens geeignet, Segmehls hohe Kunst im barocken Ton auf dem modernen Instrument zu beweisen. Dazwischen brillierte Raml mit dem Cembalokonzert in A-Dur von Bach in kammermusikalischer souveräner Artikulation. Auch Pavel Serbin bewies mit seiner feinfühligen Interpretation der g-Moll-Cellosonate von Antonio Vivaldi, wie präzise und packend diese Musik auf historischen Instrumenten klingt.

Mit dem Hassler-Consort spielte Segmehl auf dem Tenorsaxophon zum Abschluss des Konzertes brillant und gleichzeitig gefühlvoll den Bachschen Choral „Wachet auf ruft uns Stimme“ und aus dem Weihnachtsoratorium die Arie „Ich will nur dir zu Ehre leben“. Ein großes Klangerlebnis für die leider wenigen Zuhörer im Stadthaus. Bach hätte dieses Klangexperiment mehr als gefallen.

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