Auf der Suche nach der verlorenen Heimat

Anlässlich des 50. Todestags von Hermann Hesse hat Jo Baier dessen frühe Erzählung "Die Heimkehr" verfilmt: ruhig und stimmungsvoll.

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"Die Heimkehr": mit August Zirner (als August Staudenmeyer) und Heike Makatsch. Foto: SWR/Isabell Gössele

"Heimat ist nicht da oder dort. Heimat ist in dir drinnen oder nirgends", heißt es in Hermann Hesses Erzählung "Demian". So darf man das auch geografisch nicht zu eng sehen, wenn der anvisierte Schwarzwald in Jo Baiers Fernsehfilm "Die Heimkehr" vor allem auch im Hohenlohischen verortet ist, in Schwäbisch Hall und Wackershofen. Das sind Schauplätze aber eines sehr ruhigen, wohltuend unspektakulären Spielfilms, der liebevoll detailgenau eine historische Zeit um 1910 ausmalt - und dann ganz reale Heimatgefühle auslöst.

Aus Anlass des 50. Todestages von Hermann Hesse (1877-1962) hat die ARD (und federführend der Südwestrundfunk) nach eigenen Angaben die erste deutsche Verfilmung eines Werks des in Calw aufgewachsenen Nobelpreisträgers produziert. Regisseur Jo Baier ("Schwabenkinder") wählte eine frühe Erzählung, "Die Heimkehr" von 1909, und schmückte die Handlung aus.

August Staudenmeyer kehrt nach 30 Jahren als wohlhabender Mann in seine Heimatstadt Gerbersau zurück. "Was treibt dich hierher?", fragt Schulfreund Mohrle (Oliver Stokowski). "Die Sprache, die Gerüche, die Sehnsucht nach den alten Gesichtern . . .", antwortet Staudenmeyer, unverkennbar als Hesse kostümiert; August Zirner spielt diese Rolle beeindruckend unaufgeregt, klar. Staudenmeyer hatte einst die Stadt im Unfrieden verlassen, auch weil ihm die bürgerliche Kleingeisterei zuwider war. "Bei uns ändert sich nix", gibt ihm auf der Anreise eine alte Frau mit auf den Weg. So ist es: Zunächst wird der Geschäftsmann mit offenen Armen aufgenommen, doch als er sich für die in Gerbersau ausgegrenzte Witwe Katarina Endriss (Heike Makatsch) einsetzt, gerät er wieder ins Abseits. Nein, hier hat sich nichts verändert. Aber in Katarina findet er eine Liebe: "Bei dir bin ich da daheim." Und Hesse-Verehrer Udo Lindenberg singt den beiden den eigens für den Film komponierten "The River". Der Fluss, der ins stimmungsvolle Bild rückt, ist im Übrigen die Jagst bei Kirchberg - auch nicht im Schwarzwald gelegen, aber schön.

Info "Die Heimkehr" ist heute, Mittwoch, 20.15 Uhr, in der ARD zu sehen. Anschließend läuft die Doku "Hermann Hesse Superstar".

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