Anton Stingls Gitarrenwerke

Den Namen Anton Stingl (1908-2000) hat wohl nur noch eine Handvoll Gitarren-Enthusiasten unter den Klassik-Kennern im Gedächtnis.

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Den Namen Anton Stingl (1908-2000) hat wohl nur noch eine Handvoll Gitarren-Enthusiasten unter den Klassik-Kennern im Gedächtnis. So ist es höchst verdienstvoll, dass der 1958 geborene Gitarrist, Hochschullehrer und Gründer des "Lake Konstanz Guitar Research Meeting" Andreas Stevens mit "Anton Stingl - Ausgewählte Werke für Gitarre" (Aurea Vox, zu beziehen über info@aureavox.de) an ihn erinnert. Es ist Stevens' zweite CD der Reihe "Alla Tedesca - Gitarrenmusik aus dem deutschsprachigen Raum", die erste war dem Würzburger Gitarristen Heinrich Albert gewidmet. Sie zeigt eine so spannende wie beglückende Auswahl aus Stingls kompositorischem Schaffen: etwa die "Sonatine op. 15a nach Kinderliedern", Variationen über das schwäbisch-alemannische Volkslied "Durch's Wiesental" op. 16 und die "Aeolus Flageolett-Studie" von 1989 - ein Spätwerk reinsten Wassers unter dem Motto "Windhauch, Windhauch, alles ist Windhauch".

Drei Fragen an den Gitarristen Andreas Stevens...

Herr Stevens, wer war Anton Stingl?

Anton Stingl war einer der zahlreichen Gitarristen in Deutschland, die ihre instrumentalen Fertigkeiten aus der damals weit verbreiteten Gitarrenschule Heinrich Alberts (1870-1950) erlernt hatten. Er komponierte ein umfangreiches und vielseitiges uvre, als Pädagoge lehrte er viele Jahre an der Musikhochschule in Freiburg. Stingl war unverzichtbarer Geburtshelfer einiger wichtiger Kompositionen wie Pierre Boulez' "Le Marteau sans Maitre" und Hans Werner Henzes ersten Gitarren-Kompositionen aus den 50ern.

Was zeichnet Stingls Kompositionen für Gitarre aus?

Seine Werke haben als inspirative Urquelle das deutsche Volkslied, dem er mit tiefer Ehrfurcht, zugleich aber liebevoll begegnet. Als Komponisten spielen bei ihm Hindemith, aber vor allem Bach eine große Rolle, was sich in der kontrapunktischen Ausarbeitung einiger Stücke nachvollziehen lässt. Dabei sind seine Werke aus dem Wesen der Gitarre heraus entstanden und spieltechnisch sehr anspruchsvoll.

Viele kennen die Gitarre heute nur noch als ein Instrument der populären Musik. . .

Die Gitarre hatte im Laufe ihrer Geschichte stets eine Doppelrolle als höfisches Instrument und Instrument des Volkes. Sie war immer dann gefragt, wenn es um einen intimen Klang geht. Intimität und Massenkompatibilität sind aber entgegengesetzte Pole. Aufgrund dieser Doppelidentität wäre sie bestens geeignet, Brücken zwischen den musikalischen Lagern zu bauen. Es gibt kaum ein Instrument mit so vielen Facetten und einem so reichen Repertoire.

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