Als ihr Lächeln in den Louvre zurückkehrte

Er galt als größter Kunstraub des Jahrhunderts: Der Diebstahl der Mona Lisa aus dem Louvre. Vor 100 Jahren wurde sie in Italien wieder entdeckt.

|
Kurze Zeit war Leonardos "Mona Lisa" wieder in Italien, bevor sie 1913 nach Paris zurückkam. Foto: dpa

Mehr als zwei Jahre lang blieb das Rätsel um den Diebstahl der Mona Lisa ungelöst. Das Verschwinden des weltberühmten Gemäldes aus dem Louvre in Paris 1911 war ein Skandal. Die Polizei verfolgte zahlreiche Spuren, rund um den spektakulären Kunstraub rankten sich viele Gerüchte - bis das Bild überraschend in Italien wieder auftauchte. Morgen jährt sich die Wiederentdeckung zum 100. Mal.

Der italienische Kunsthändler Alfredo Geri glaubte zunächst an eine Fälschung, als ihm das gestohlene Gemälde Leonardo da Vincis in einem Brief angeboten wurde. Absender des mit "Leonardo" unterschriebenen Dokuments war der Italiener Vincenzo Peruggia. Er hatte das Frauenporträt mit dem wohl berühmtesten Lächeln der Welt 1911 aus dem Louvre gestohlen. In seinem Brief behauptete er, seinem Heimatland Italien die Mona Lisa zurückgeben zu wollen - und forderte 500 000 italienische Lire.

Doch Peruggias Plan ging nicht auf. Geri bat den Direktor der Uffizien Giovanni Poggi um Hilfe und ging auf das Angebot Peruggias ein. Dieser kündigte mit einem Telegramm seine Ankunft in Florenz an. Am 12. Dezember führte er Geri und Poggi zu einer Holzkiste mit dem Meisterwerk. Poggi erwartete eine Fälschung, bei einer Überprüfung stellte er jedoch die Echtheit des Gemäldes fest. Der Museumsdirektor und Geri alarmierten die Polizei, die Peruggia daraufhin festnahm. Auch sein Fingerabdruck stimmte mit demjenigen überein, der auf dem Glas der Mona Lisa in Paris entdeckt worden war. Die italienische Öffentlichkeit war begeistert, feierte den Fund als Sensation und verfolgte gespannt den Prozess gegen Peruggia. Er wurde zu sieben Monaten Haft verurteilt.

Das Auftauchen des Gemäldes stellte auch die französische Polizei bloß - trotz Fingerabdrucks war sie dem ehemaligen Louvre-Mitarbeiter nicht auf die Spur gekommen. Genauso einfach war es für den Kunstdieb zwei Jahre zuvor gewesen, die Mona Lisa aus dem Museum zu entwenden. Peruggia ließ sich am Tag vor dem Verbrechen in einem Wandschrank einschließen. Am nächsten Morgen - dem Ruhetag - kletterte er aus seinem Versteck, hängte das Gemälde ab, nahm es aus dem Rahmen und schmuggelte es nach draußen. Über das tatsächliche Motiv des Ganoven wird bis heute gerätselt.

Es gab Gerüchte, dass er den Diebstahl nicht alleine geplant haben könne. Unter anderem wird vermutet, Peruggia könnte einen Auftraggeber gehabt haben, der Fälschungen der Mona Lisa an Kunstsammler verkauft haben soll. Beweise dafür gibt es jedoch nicht.

Peruggia wurde bei seiner Entlassung aus dem Gefängnis von einer Menschenmenge jubelnd begrüßt. Er starb 1925 in Frankreich und nahm das Geheimnis um die wahren Umstände des Raubes mit ins Grab. Während der Dieb in Vergessenheit geriet, machte das mysteriöse Verbrechen die Frau mit dem geheimnisvollen Lächeln zum wohl bekanntesten Gemälde der Welt.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Kriminelle tarnen sich als Polizisten: Fünf Anklagen

Fünf Männer sind wegen Betrugs angeklagt, weil sie als falsche Polizisten mehrere Menschen um Zigtausende Euro gebracht haben sollen. weiter lesen

Mann nimmt Hörer ab-