„Oh, wie schön ist Panama“: Wenn man einen Freund hat

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Wo geht’s nach Panama? Der kleine Bär (Omar Garrido) und der kleine Tiger (Marc Schwämmlein). Foto: Matthias Kessler  Foto: 

„Wenn man einen Freund hat, dann braucht man sich vor nichts zu fürchten“, sagt der kleine Tiger zu dem kleinen Bär. Gemeinsam begeben sich die zwei Freunde auf eine abenteuerliche Reise in ihr Traumland und helfen sich dabei immer wieder gegenseitig. Der Kinderbuchklassiker „Oh, wie schön ist Panama“ von Janosch hat im Neu-Ulmer Edwin-Scharff-Haus seine Premiere als Musical gefeiert.

Der 29-jährige Ulmer Komponist und Pianist Basti Bund hat die eingängige und leichte Musik zu dem Musiktheater für Kinder ab fünf geschrieben. Das Libretto stammt von Michael Sommer, dem ehemaligen Schauspieldramaturgen des Ulmer Theaters. Regisseurin Diana Leist-Keller inszeniert die einfache Handlung des Stücks verspielt und mit Hingabe zum Detail. Mit eigenen Ideen erzählt sie so die bekannte Geschichte auf ganz neue Weise.

Dafür macht sie sich den Verfremdungseffekt à la Bertolt Brecht zu Nutze: Zur Ouvertüre diskutieren die vier Darsteller und Sänger darüber, wer nun der Erzähler von Janoschs Geschichte sein darf. Schließlich kommentieren die zwei Sopranistinnen Dajana Drozdowski und Claudia Roth (Doppelbesetzung: Rosa Sutter) abwechselnd die Szenen und fordern die Kinder zum Mitmachen auf, zum Beispiel als der kleine Bär eine Holzkiste findet, aber nicht lesen kann, was darauf geschrieben steht: „Kinder, helft dem kleinen Bären!“

„Pa-na-ma“, entziffert der kleine Bär schließlich und dann beginnt die Reise in das Traumland, das nach Bananen riecht. Der Bariton Omar Garrido gibt einen drolligen kleinen Bären mit dickem Bauch, pummeligem Po und brauner Felllatzhose ab (Kostüme und Bühnenbild: Valerie Lutz). Der Tenor Marc Schwämmlein spielt den niedlichen und treuherzigen kleinen Tiger. Wohlklingend sind ihre Duette auf die Klaviermusik von Basti Bund, der das gesamte Stück am Flügel begleitet.

Der kleine Bär und der kleine Tiger treffen etliche Tiere, die sie alle nach dem Weg nach Panama fragen. Zum Beispiel den lispelnden Hasen, gespielt von Dajana Drozdowski, die ein wunderbares Solo singt. Obwohl alle Tiere in die falsche Richtung zeigen, erreichen Bär und Tiger am Ende doch ihr Ziel – und sind noch glücklicher als vorher.

Die klare Botschaft: Nichts geht über wahre Freundschaft. Genauso klar und vollkommen kommt die Klaviermusik daher, genauso professionell und scheinbar mühelos spielen die Musical-Darsteller. Leider war die Premiere am Sonntag nicht ausverkauft, obwohl das Stück sicherlich auch für Erwachsene sehr sehenswert ist. Nina Albus

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