"Die Zeiten des Jammerns und Leidens sind vorbei"

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Eineinhalb Jahrhunderte gemeinsames Singen: Der Deutsche Chorverband hat sein 150-jähriges Bestehen mit einem Festakt in Coburg gefeiert. 400 Gäste, darunter Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil, kamen dazu im Stadttheater zusammen. "Die Zeiten des Jammerns und Leidens sind vorbei, wir freuen uns, dass das Chorsingen wieder so ins öffentliche Bewusstsein getreten ist", sagte Verbandsgeschäftsführer Moritz Puschke. Am 21. September 1862 war der Deutsche Sängerbund gegründet worden, der Vorläufer des heutigen Verbandes.

Der Verband freut sich zum Jubiläum über eine Zehn-Millionen-Euro-Zusage des Bundesbildungsministeriums für die Nachwuchsarbeit. "Das hat es noch nie gegeben, dass der Staat uns auf diese Weise entdeckt hat", freute sich Verbandspräsident Henning Scherf. Mit dem Geld will der Verband sängerische Angebote für Kindergarten- und Grundschulkinder initiieren und Erzieher und Pädagogen im Singen mit Kindern fortbilden.

Durch das Singen erreiche man auch Kinder ohne "bildungsbürgerlichen Hintergrund", betonte Scherf. "Wir merken, wie begeistert die Kinder singen - egal, ob sie einen Migrationshintergrund haben oder aus den sogenannten bildungsfernen Familien kommen." Singen und Auftritte mit einem Chor seien auch sehr wichtig für die Persönlichkeitsbildung junger Menschen, zeigte sich Scherf überzeugt. "Man wird selbstbewusster, ist nicht mehr so schüchtern."

Nach 30 Jahren Durststrecke verzeichnet der Chorverband pünktlich zum Jubiläum wieder einen Mitgliederzuwachs.

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