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Psychedelische Saiten-Eskapaden

Drei alte Herren treten zum Satzgesang an: Dass es funktionieren kann, haben Crosby, Stills, Nash in Schwäbisch Gmünd bewiesen.

DIRK HÜLSER |

Wenn eine durchgenudelte Floskel am Freitagabend mal wieder nicht zugetroffen hat, dann diese: "Ein Hauch von Woodstock."

Natürlich standen da drei ergraute Männer auf der Bühne, zwei von ihnen 71, einer 68 Jahre alt, die auf dem Festival anno 1969 aufgetreten sind. Doch das wars dann auch schon. Woodstock fand weder auf einem unwirtlichen Parkplatz im Remstal statt, noch war das Wetter gut. Und auf Stühlen saß vor 44 Jahren auch niemand, da stand das Publikum noch, nein, es tanzte.

In Schwäbisch Gmünd spielte am Freitagabend nur eine dieser Bands, aber die hatte es in sich. David Crosby, Stephen Stills und Graham Nash, besser bekannt als CSN. Die Fans nahmen meist auf Stühlen Platz. Tanzen? Kiffen? Fehlanzeige. Geht auch kaum, wenn die Tanzfläche sich bei kommoden 20 Grad hinter 60 Stuhlreihen befindet.

Doch es knallt gleich zu Beginn: Mit "Carry On" und "Questions" zeigen die Herren sofort, wo der Hammer hängt, der schier unglaubliche Satzgesang funktioniert noch immer, die fünfköpfige Band sorgt famos für das nötige Rückgrat. Der 68-jährige Stephen Stills zählt seit Jahrzehnten zu den besten Sologitarristen dieser Welt, seine psychedelischen Saiten-Eskapaden gehören zu den Höhepunkten des Abends.

Netto knapp zweieinhalb Stunden halten sie durch, neben den üblichen Radiohits servieren CSN auch Feinschmecker-Kost, das opulente "Cathedral", die Hippie-Hymne "Wooden Ships" oder der Mutmacher-Song "Love The One Youre With" sorgen für Gänsehautmomente.

Und immer wieder erhebt sich das Publikum - Standing Ovations. Na also, geht doch.

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