Muss Baden-Württemberg Sammlungsgegenstände an Namibia zurückgeben?
Baden-württembergische Einrichtungen verfügen über Kulturgüter sowie menschliche Überreste aus dem früheren Kolonialgebiet Deutsch-Südwestafrika (1884 bis 1915) mit möglicherweise rechtlich fragwürdigen Besitztiteln. Darauf hat jetzt die Freiburger Grünen-
Abgeordnete Gisela Splett
über eine parlamentarische
Anfrage aufmerksam gemacht.
Im Linden-Museum in Stuttgart etwa befindet sich die Familienbibel der Witbooi-Gruppe. Deutsche Truppen hatten sie beim Überfall auf die Siedlung Hornkranz 1893 erbeutet. Witbooi wurde nach der Unabhängigkeit Namibias 1989 zum Nationalhelden des Landes ausgerufen. Ein Rückgabe-Ersuchen freilich liegt, wie das Wissenschaftsministerium erklärte, bislang nicht vor. Alle staatlichen Einrichtungen seien aber grundsätzlich bereit, berechtigten Ansprüchen nachzukommen.
Die Universität Freiburg bemühe sich, die Herkunft von 17 Schädeln definitiv zu klären. Die Aufklärung dieses wissenschaftsgeschichtlichen Erbes
erfolge in Kooperation mit nationalen und internationalen Einrichtungen mit ähnlichen Problemen.
Auch die Städtischen Museen Freiburg stünden Rückgabe-Ersuchen grundsätzlich positiv gegenüber. Dort befinden sich Schriftstücke Witboois. Seine Tagebücher sind in das Unesco-Weltdokumentenerbe aufgenommen worden. wie
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29.05.2010
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