Ersatzprogramm beendet den Reger-Zyklus im Ulmer Münster

Der „Reger-Zyklus 2016“ im Ulmer Münster ist leider nur mit einem Ersatzprogramm beendet worden. Schade.

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Komponist Max Reger lebte von 1873 bis 1916.  Foto: 

Das ambitionierte Projekt „Max-Reger-Zyklus 2016“, das die Ulmer und Neu-Ulmer Kantoren Anfang des Jahres zum 100. Todestag des Komponisten präsentiert hatten, bescherte den Zuhörern seitdem viele Glücksmomente. Regers Stücke wurden immer wieder mit denen anderer Komponisten, vorzugsweise Bach, kombiniert. Das war großartig und auch erhellend.

Für das Ende des Zyklus’ verhieß die Broschüre noch ein ganz besonderes Konzert, das „Reger Total“ überschrieben war und bei dem dann wirklich nur und ausschließlich der Geehrte zur Klang-Rede kommen sollte. An erster Stelle war die „Introduktion und Passacaglia“ in f-Moll angekündigt, eines der faszinierendsten und schwierig-schönsten Orgelwerke aus der Feder des Meisters. Wahrlich kein populäres Werk, aber eines, für das sich das Warten gelohnt hätte.

Wer sich auf diesen „Elefanten“, um es mit Reger zu sagen, gefreut hatte, wurde bitter enttäuscht. Auf dem Programmzettel hieß das Konzert zwar immer noch „Reger Total“, das Opus 63 war aber ersatzlos gestrichen. Stattdessen zwei Werke von Bach: Präludium und Fuge c-Moll, und die Choralbearbeitung „Nun kommt der Heiden Heiland“. Eine Begründung für die tiefgreifende Programmänderung gab es nicht. Immerhin blieb es wenigstens bei den anderen beiden Reger-Werken: „Weihnachten“ aus den Sieben Stücken op. 145 und der grandiosen „Fantasie und Fuge über den Namen BACH“, op. 46.

Dass der Neu-Ulmer Petruskantor Oliver Scheffels „seinen“ Bach hervorragend registrierte und interpretierte, war unter diesen Umständen für die wenigen Zuhörer ein schwacher Trost. Aber dann wurde nach demBach-Block doch noch „Weihnachten“: Das dritte Stück aus Regers Opus 145 zeigt den Meister auf der Höhe seiner Modulationskunst – berückend klangschön wurde es von Scheffels auf der Münster-Orgel ins Werk gesetzt. Zum guten Schluss ein echter „Elefant“: Das B-A-C-H-Motiv ist im Opus 46 omnipräsent und erscheint in allen nur denkbaren Klangbrechungen – Frühkubismus in Tönen. Herrlich – und herrlich dargeboten!

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