Buchmessen-Chef sieht die Branche im Aufbruch
Leipzig.
Die Buchbranche geht bei insgesamt schwierigem Marktumfeld in die Offensive und bereitet sich mit neuen Ideen und Konzepten auf die Leipziger Buchmesse vor. "Den Verlagen insgesamt geht es gut, entsprechend positiv ist die Stimmung", sagt Messechef Oliver Zille. Der Handel verzeichnete 2011 ein Umsatzminus von 1,8 Prozent. "Die Branche ist im Wandel, der Handel muss sich genau überlegen, wie er seine Umsätze halten oder zurückgewinnen kann", sagt Zille.
Viele kleine unabhängige Verlage präsentieren sich auf der Messe (15. bis 18. März) erstmals mit eigenem Stand. "Hier haben wir einen Zuwachs von erfreulichen sechs Prozent", erklärte der Messechef. Insgesamt rechnet er wie im Vorjahr mit etwa 2150 Ausstellern, dabei wollen Großverlage sich in diesem Jahr flächenmäßig noch erweitern. 2300 Lesungen und Events erwarten die Besucher an mehr als 350 verschiedenen Orten in Leipzig.
Erstmals soll es in Leipzig einen Preis für innovative Schulbücher geben. Neu ist auch der "Leipziger Lesekompass" mit konkreten Leseempfehlungen von 30 Kinderbuchtiteln von der Stiftung Lesen und der Buchmesse. "Leseförderung ist wichtig und wird auch auf der Messe einen hohen Stellenwert haben", sagte Zille. Die Messe setzt ihre Schwerpunkte seit Jahren in den Bereichen Belletristik, Sachbuch sowie Bildung/Kinder- und Jugendbuch. Die Leipziger Schau ist in einerster Linie ein Marketing-und Lese-Event. Im Mittelpunkt stehen Autoren und Leser.
Nicht nur Verlage und Buchhandel stehen vor großen neuen Herausforderungen, auch die Arbeitsbedingungen für Schriftsteller und das Leseverhalten haben sich verändert, sagt Oliver Zille. "Mit der Digitalisierung verändert sich auch die Zusammenarbeit der Autoren mit den Verlagen. Wir bieten daher eine Veranstaltungsreihe, in der Autoren und Verlage Chancen und Risiken ausloten, die sich durch die neuen technischen Möglichkeiten ergeben."
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Autor: DPA | 09.02.2012
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