Ulm/Neu-Ulm:

sonnig

sonnig
14°C/5°C

Aktive Besucher gefragt

Serra, Rückriem, Judd - ihre künstlerischen Schwergewichte der Minimal Art, auch in Kilo gemessen, präsentiert jetzt die Staatsgalerie Stuttgart.

PETRA KOLLROS |

Die Um- und Ausbauten im alten Gebäudetrakt haben der Stuttgarter Staatsgalerie einen solchen Zugewinn an Ausstellungsfläche gebracht, dass man es sich leisten kann, den Stirling-Saal für Präsentationen aus der Sammlung zu nutzen. Vordem liefen in dem Saal im Stirling-Gebäude ja die Sonderausstellungen. Jetzt hat das Museum dort eine Neuaufstellung aus dem Sammlungskomplex Minimal Art der 1960er Jahre bis Postminimalismus der 1980er Jahre arrangiert.

Das hört sich spröde an, und gewiss, von Kunstfreunden, die das Expressive, Sinnliche, Erzählerische bevorzugen, werden die auf Reduktion, Klarheit, Logik ausgerichteten Werke oft als kühl und sperrig empfunden. Aber wenn man Namen nennt wie Richard Serra, Ulrich Rückriem oder Dan Flavin ist gewiss, dass da mit Stahl, Stein oder mittels Neonröhrenlicht Atmosphärisches im Raum geschaffen wird, Wahrnehmungsangebote gemacht werden, die vom Betrachter individuell entdeckt werden können. Die Bewegung der Minimal Art in den 60er Jahren zielte zwar ganz auf Objektivität des künstlerischen Schaffens ab, wollte die persönliche Handschrift - als radikale Antwort auf die gestische Malerei in Amerika - vermeiden. Aber die Wirkung der Werke ist bewusst vom Verhalten des Gegenübers abhängig. Und das macht sie spannend.

Von Flavin, Donald Judd, Carl Andre sind in der Staatsgalerie Werke vertreten, die mit dem Besucher auf ihre Weise regelrecht kommunizieren, weil sie zum Umherwandern auffordern, je nach Standort ihr Verhältnis zum Raum ändern. Und eine echte physische Erfahrung bringen die Stahl- und Bleiplatten von Bildhauer Serra, die in ihren Gleichgewichtsspielen der eigenen Schwere zu spotten scheinen. "Two Plate Prop", eine der wichtigsten frühen Arbeiten des Künstlers, besteht aus zwei je 400 Kilo schweren Bleiplatten, die stehen und einander doch nur an einem Punkt berühren.

Maximal minimalistisch ist sozusagen die Konzeptkunst, weil schon die Idee als das Kunstwerk gesehen wird. Joseph Kosuth, Franz Erhard Walther, Sol LeWitt, Bruce Nauman sind im Stirling-Saal der Staatsgalerie hier herausragende Vertreter.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Zum Schluss

Wassermelonen-Brot

Der taiwanesische Bäcker Lee Wen-fa mit seinem Wassermelonen-Brot. Foto: David Chang

Grünteepulver, Erdbeeren, Bambuskohle und Lebensmittelfarbe: Daraus hat ein Bäcker in Taiwan ein sogenanntes Wassermelonen-Toastbrot gebacken. mehr

Die Kassette lebt weiter

Robert Schulze, Inhaber des Plattenladens "Bis aufs Messer", hat die Kassette lieb. Foto: Stephanie Pilick

Nicht nur Fans der „Drei Fragezeichen“ haben noch Kassetten. Auch Musikliebhaber und Labels entdecken sie wieder. Also: den Walkman bloß nicht wegschmeißen! mehr

Die "Game of Thrones"-Effekte

Jan Burda, «Visual-Effects-Artist» bei Mackevision zeigt die Arbeit an der Serie Game of Thrones.

Mittelalterliche Burgen, magische Wesen und imposante Landschaften prägen die Fantasiewelt der Serie "Game of Thrones". Gedreht wird in Nordirland, Island und Kroatien - viele der besonderen Bilder stammen aber aus Deutschland. mehr