69. Filmfestival Locarno: Sternenglanz, Star-Appeal und Courage

Die Eröffnung des 69. Internationalen Filmfestivals Locarno fällt glamourös aus. Reichlich Prominenz gibt der Gala unterm Sternenzelt reichlich Star-Glanz.

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Gala-gemäß: Gemma Arterton und der Locarno-Leopard.  Foto: 

Anspruch und Glamour: Zum Auftakt des 69. Internationalen Filmfestivals von Locarno wurde beides geboten. Schauspielprominenz wie Gemma Arterton und Bill Pullman sorgten für Glamour. Der außer Konkurrenz gezeigte Eröffnungsfilm „The Girl with All the Gifts“ bot Anspruch und Spannung. In dem düsteren Science-Fiction-Thriller aus England spielt Gemma Arterton (30) eine Hauptrolle.

Für Glamour mit Understatement sorgte daneben Hollywood-Star Bill Pullman (62, „Independence Day“). Der seit Jahrzehnten erfolgreiche Schauspieler wurde mit einem Excellence Award Moët & Chandon geehrt. Als er den Preis bekam, sagte Pullman, er arbeite nicht für Auszeichnungen, sondern dafür, dem Publikum gute Filme zu bieten. Doch er ergänzte: „Es macht mich aber stolz, eine Ehrung zu bekommen, die vor mir schon so tolle Leute wie der deutsche Filmregisseur Wim Wenders erhalten haben.“

Wim Wenders‘ deutscher Kollege Edgar Reitz (83) leitet die Jury des Kurzfilm-Wettbewerbs „Pardi di domani“ („Leoparden von morgen“). Anlässlich der Vorstellung seiner Jury-Mitarbeiter erinnerte er mit spürbarem Stolz und auch etwas leiser Wehmut daran, dass sein 16 Stunden langes Opus „Heimat“ vor 32 Jahren in Locarno für Furore gesorgt hatte. Da er ja gern lange Filme drehe, sei er aber der perfekte Kurzfilm-Experte. Wobei er das Publikum regelrecht beschwor: „Unterschätzen Sie mir den Kurzfilm nicht! Ich tue es nicht.“ Den stärksten Beifall des Auditoriums erhielt allerdings Festivalpräsident Marco Solari (71). Denn er erklärte die 69. Ausgabe des neben Berlin, Cannes und Venedig wichtigsten europäischen Filmfestivals angesichts der Weltlage als „eine Manifestation der Courage und der Freiheit“.

Der Auftaktfilm „The Girl with All the Gifts“ bekam freundlichen Beifall. Einige Zuschauer jedoch verließen die Vorstellung nach einigen besonders blutigen Horrormomenten vorzeitig. Der Film des schottischen Regisseurs Colm McCarthy erzählt seine Geschichte vom Ende der Menschheit durch einen Virus tatsächlich mit reichlich vielen Schockeffekten. In Deutschland hat die Dystopie noch keinen Verleihtermin.

Für den 17 Filme aus aller Welt bietenden „Concorso Internazionale“, den Hauptwettbewerb des Festivals, kündigte dessen künstlerische Direktor Carlo Chatrian vor allem Filme an, „die den Wurzeln gegenwärtiger Gesellschaftsstrukturen nachspüren“.

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