Schul-Bäder bleiben bis 2020 - Einstimmiges Votum für Konzept

Das Bäderkonzept der Stadt Ulm legt die Bahnen fest: Die Lehrschwimmbecken an Stifter- und Schaffner-Schule bleiben bis 2020, das SSV-Bad wird saniert, und 2018 wird über ein neues großes Bad entschieden.

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Lehrschwimmbecken der Martin-Schaffner-Schule in Ulm  Foto: 

Genau ein Jahr nach dem ersten Versuch hat die Verwaltung jetzt ein überarbeitetes Bäderkonzept für Ulm vorgestellt - und dieses Mal fand es vor den Augen der Gemeinderäte Gnade. Am Mittwoch wurde es im Fachbereichsausschuss Bildung und Soziales diskutiert und einstimmig für gut befunden.

Auch weil es bei einigen Punkten endlich Klarheit schafft: Die beiden maroden Lehrschwimmbecken von Schaffner- und Stifter-Schule werden mit einem Gesamtaufwand von maximal 570.000 Euro instand gesetzt, damit sie bis zum Jahr 2020 genutzt werden können.

Um die Konzeption aufzustellen, hat die Stadt das Büro NPS Bauprojektmanagement Ulm ins Boot geholt. Dieses hat die bauliche und technische Substanz aller Bäder untersucht und bewertet. Dabei kam auch eine gute Nachricht für den SSV heraus: Das vereinseigene Hallenbad aus dem Jahr 1974 kann für rund 200.000 Euro so saniert werden, dass ein "sicherer Betrieb für die nächsten zehn Jahre" möglich ist. Die Stadt hat großes Interesse daran, dass der Verein das Bad betreibt: Es ist nötig, um den Ulmer Schulen ausreichend Möglichkeiten für ihren Schwimmunterricht zur Verfügung zu stellen. Die anderen großen Kontingente dafür stellen Westbad und Wonnemar.

NPS-Geschäftsführer Robert Scholz machte den Gemeinderäten klar: Die drei genannten Bäder sind "Oldtimer, das heißt: Sie bieten wenig Komfort, können aber mit einem höheren Aufwand noch einige Jahre weiterbetrieben werden; sie haben schlechte Energie-Werte und ein höheres Ausfallrisiko".

Mit diesen Argumenten entkräftete er auch den Vorschlag der Grünen, nicht 570 000 sondern 2,6 Millionen Euro in die Hand zu nehmen, um die beiden Schul-Bäder generalzusanieren und damit einen Dauerbetrieb zu ermöglichen. Scholz konterte: "Nach 50 Jahren ist wirklich das Ende der Benutzungszeit erreicht." Außerdem kam der Vorschlag bei den anderen Fraktionen nicht gut an. Erik Wischmann (FDP) ätzte: "Ich werde der Grünen-Fraktion bald einen Taschenrechner schenken, damit sie mal zusammenzählen können, mit wie viel Geld sie um sich werfen wollen für all die vorgeschlagenen Projekte."

Ansonsten herrschte aber einmütig Zustimmung zum vorgestellten Konzept. Reinhold Eichhorn (FWE) bescheinigte der Verwaltung, "ihre Hausaufgaben gemacht zu haben". Die Instandhaltung der Schul-Bäder "ist gut und lässt uns Zeit", meinte Barbara Münch (CDU).

Denn Zeit braucht es für eine größere Entscheidung: die über den Bau eines neuen Stadtteilbads, analog zum Westbad. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf 7,5 Millionen Euro für eine Standardausstattung; mit Kinderbereich, Sprungturm, kleinem Sauna-Bereich und ähnlichem steigen die Kosten auf rund 10 Millionen Euro. Als Standort schlägt die Verwaltung einen Teil des frei werdenden Geländes der Hindenburgkaserne am Eselsberg vor. Mit der Festlegung auf diesen Standort sind allerdings einige Räte so nicht einverstanden.

Aber die Verwaltung hat jetzt einstimmig den Auftrag bekommen, das Projekt weiter zu untersuchen und zu planen. Eine Entscheidung darüber soll erst 2018 fallen.

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