Kinderbetreuung: Kritik der Eltern an hohen Gebühren

Für 43 Prozent aller Kinder ab einem Jahr stehen im Herbst Betreuungsplätze in Ulm zur Verfügung. Dafür gab es Lob im Jugendhilfe-Ausschuss.

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"Da wurde ein Kraftakt geleistet. Es ist ein ganz wichtiger Schritt zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf." Wie Barbara Münch (CDU) waren die anderen Stadträte und alle Mitglieder des Jugendhilfe-Ausschusses durch die Bank angetan von den Zahlen zur Kinderbetreuung. Wie berichtet, stehen in Ulm ab September - wenn der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab dem ersten Lebensjahr in Kraft tritt - 1320 U3-Plätze zur Verfügung. Das entspricht einer Versorgungsquote von 43 Prozent, die die Stadt in einer Elternumfrage als Bedarf ermittelt hat.

Als deren Ergebnis bekannt wurde - zuvor wurden etwa 35 Prozent angenommen - startete die Verwaltung gemeinsam mit allen Trägern eine U3-Ausbauoffensive. So entstanden jetzt 489 zusätzliche Krippenplätze, von denen ab September rund 400 zur Verfügung stehen, die restlichen kommen im Lauf des Jahres hinzu.

Wie Günther Scheffold, der für die Kinderbetreuung zuständig ist, sagte, geht er zum Stichtag 1. Januar 2014 nach derzeitigem Anmeldezahlen von einem Bedarf von 1250 U3-Plätzen aus - also müsste die Kapazität von 1320 Plätzen reichen.

Auch Dr. Thomas Kammerer vom Gesamtelternbeirat der Ulmer Kitas (GEB) zeigte sich "total beeindruckt vom Schlusssprint, den die Stadt hingelegt hat". Er lobte die Bemühungen und freute sich, dass die Stadt keine Probleme habe, genügend Personal zu finden. "Da gehen wir als Eltern gerne mit." Er bezeichnete das Projekt U3-Betreuung dennoch als "Experiment", weil man nun in der Realität schauen müsse, wo noch nachzusteuern ist.

Überdies erneuerte er die Kritik der Eltern an den Gebühren, insbesondere im Ganztags- und Krippenbereich, die im September 2012 um 25 Prozent gestiegen sind. Kammerer: "Auch das sehe ich als Teil des Experiments. Vielleicht sollte man die Erhöhung zurücknehmen."

Bürgermeisterin Iris Mann nahm die Kritik zur Kenntnis, fand aber den Begriff Experiment nicht gut: "Das ist mir zu ergebnisoffen. Ich sage lieber: Wir bauen hier an einem riesigen Prototyp, der sicher auch Kinderkrankheiten haben wird, so dass wir notwendigerweise nachsteuern müssen."

Info
Informationen zu den Betreuungsplätzen finden sich auf der Homepage www.ulm.de

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