Fast wie im Märchen
Durch das Wolfstal auf barocken Spuren wandern
Mochental/Lauterach. Eine Gegend, wie aus dem Grimmschen Märchenbuch: Rund um Lauterach führt unsere vierte Tour: vom Schloss Mochental aus durch Wälder, ein enges Tal, zu Höhlen und einer alten Mühle.
Die imposante Schlossanlage Mochental kündigt schon von einiger Entfernung den Startpunkt der Wanderung über Mahlstetten, das Wolfstal, über den Hochberg und Lauterach zurück nach Mochental an. Eines sei gleich vorweg gesagt: die rund 13 Kilometer gestalten sich ausgesprochen abwechslungsreich, sie führen den Wanderer durch eine Gegend, die sich als Kulisse für ein klassisches Grimmsches Märchen glänzend eignen würde. Die Strecke führt durch lichte Wälder, eine schmale Klamm, vorbei an Höhlen, einer alten Mühle.
Zudem ergeben sich immer wieder schöne Ausblicke auf die Landschaft und die barocken Schlösser, Kirchen, Türme und Kapellen rund um Obermarchtal und Lauterach. Und die Tour kann von der gesamten Familie bewältigt werden, allerdings nicht mit dem Kinderwagen.
Anfangs weist eine blaue Raute dem Wanderer den Weg, es geht zunächst am Waldrand entlang nach Mahlstetten, von dort an weiter bis ins Wolfstal. Das könnte auch "Wolfsschlucht" heißen, steil ragen die Felsen links und rechts des Weges auf, bewachsen von Moosen und Flechten. Während der Eiszeit haben starke Ströme das Tal in das Kalkgestein der Schwäbischen Alb gegraben. Gerade an einem herbstlichen Wochentag herrscht dort eine besondere Stimmung, weil dann der Wanderer - mit etwas Glück - das Tal ganz für sich und seine Begleiter hat. "Im Frühjahr ist hier alles voller Maiglöckchen", sagt Wanderführerin Ingeborg Müller.
Von nun an gibt der Wanderweg HW 7 die Richtung vor, am Ende des Wolftals lohnt es sich, einen knappen Aufstieg zur Bärenhöhle in Angriff zu nehmen. Diese hatte schon in der Altsteinzeit Jägern auf ihren Streifzügen als Unterschlupf gedient. Gerade für Kinder bietet die einige Meter in den Fels ragende Höhle einen idealen Ort zum Erforschen und Auskundschaften.
Weiter geht es ein kurzes Stück zum Sportplatz des SC Lauterach. Dort bietet sich ein Abstecher zur Laufenmühle an, die ein Stück entfernt im Lautertal liegt. Die mittelalterliche Laufenmühle - 1885 abgebrannt und im historischen Stil wieder aufgebaut - macht nicht nur von außen einiges her: "Im Gastraum herrscht eine richtig urige Atmosphäre", sagt Ingeborg Müller. Vom Sportgelände Lauterach geht es weiter, den Hochberg hinauf. Spätestens hier ist festes Schuhwerk Pflicht, wegen des steilen Anstiegs, dem gefallenen Laub und oft rutschigen Wurzeln. Bange machen lassen muss sich vom Hochberg aber keiner, der ist gerade einmal 662 Meter hoch. Nach einem kurzen, strammen Wegstück geht es bald schon wieder sanfter voran, auf den nahenden Waldrand zu. Dort angekommen, ist einer der Höhepunkte der Wanderung erreicht: Vom Gipfelkreuz aus bietet sich ein schöner Blick ins Obermarchtal mit seinen barocken Türmen, allen voran die der Obermarchtaler Klosterkirche. Dahinter ist der heilige Berg Oberschwabens zu sehen, der Bussen. Der Bussen mit seiner Kirche ist einer der am häufigsten besuchten Wallfahrtsorte in der Region.
Vom Hochberg geht es talwärts in Richtung Talheim, auf asphaltierten Wegen durch Wiesen, vorbei an Apfelbäumen und Heckenreihen. Schließlich geht es unter der Bahn hindurch, an der Donau entlang Richtung Lauterach. Auch auf diesem Wegstück gibt es einiges zu sehen: die Mündung der Großen Lauter in die Donau, ein historisches Wasserkraftwerk und die Bettelhöhle. In Lauterach geht es an der Christus-Statue vorbei bergauf Richtung Wald. Und von dort an weist wieder die blaue Raute den Weg zurück zum Schloss.
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Autor: Stefan Czernin | 19.10.2009
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