Zweite Elite-Professur für Uni Ulm in Sicht

Fünf Millionen Euro erhält die Uni für eine Humboldt-Professur. Sie will die Physikerin Francesca Ferlaino aus Italien verpflichten. Sagt die ab, ist das Geld futsch.

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Francesca Ferlaino: Wird sie die neue Humboldt-Professorin in Ulm?  Foto: 

Groß war die Freude, als die Uni 2008 ihre erste Humboldt-Professur in Aussicht gestellt bekam und den in London forschenden Quantenoptiker Martin Plenio nach Ulm berief. Doch dann ging das große Feilschen los, denn der umworbene Spitzenmann machte klar, dass er nur auf den Oberen Eselsberg kommt, wenn man auch seiner Ehefrau, der Physikprofessorin Susana Huelga, einen Lehrstuhl anbietet. Das brachte die Uni mächtig ins Schwitzen, erst im April 2009 sagte Plenio (samt Frau) zu.

Bei der zweiten möglichen Humboldt-Professur für Ulm im Jahr 2010 hagelte sich die Universität sogar eine Absage ein: Physiker Dietrich Leibfried zog es vor, in Boulder, Colorado, zu bleiben, womit der Uni die in Aussicht gestellten fünf Millionen Euro flöten gingen.

Jetzt also der dritte Anlauf. Wieder stellt die Humboldt-Stiftung der Uni im Bereich Quantenphysik eine mit fünf Millionen Euro dotierte Professur in Aussicht. Mit diesem Angebot will Präsident Karl Joachim Ebeling, selbst Physiker, die italienische Quantenphysikerin Francesca Ferlaino nach Ulm locken. Ferlaino, die in Neapel Physik studierte, ist seit 2012 Professorin für Atomphysik an der Uni Innsbruck. Die 35-jährige Mutter zweier kleiner Kinder gilt als international führende Expertin für Quantengasexperimente. Sie hat in den vergangenen Jahren millionenschwere Forschungspreise eingeheimst, darunter einen „Starting Grant“ des Europäischen Wissenschaftsrates.

Die Uni, die sich um die Humboldt-Professur intensiv beworben hatte, verspricht sich von der Berufung eine Stärkung des Fachbereichs Physik. „Mit ihr rückt unsere Quantenphysik noch stärker in den internationalen Fokus“, sagt Prof. Wolfgang Schleich vom Institut für Quantenphysik, der den Antrag an die Humboldt-Stiftung vorbereitet hatte. Ferlaino sei eine überaus ehrgeizige Wissenschaftlerin, dabei als Mensch aber immer freundlich und unkompliziert. „Wir sind überzeugt, dass sie ein großer Zugewinn für unseren Fachbereich und eine wunderbare Kollegin wird.“

Jetzt muss Ferlaino nur noch anbeißen. Uni-Präsident Ebeling ist da zuversichtlich. „Wir werden alles daran setzen, dass sie unser Angebot schnell annimmt.“

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Kommentare

22.10.2013 19:57 Uhr

Künstliche Verknappung als Qualitätsmerkmal

Wir dieser Mann nur angeworben, wegen den 5 Millionen Förderung oder wegen seines Könnens. 100% Energiegewinnung aus Sonnenlicht mit Photovoltaik ist sein Ziel, in Anlehnung an die Photosynthese.

Das ist, wie wenn ich behaupte: Eine Kugel fällt immer nach unten, damit kann ich Energie gewinnen. Das ist solange schlüssig, bis ich anfange mich zu fragen: Wie kommt die Kugel nach oben, damit ich Energie gewinnen kann.

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