1500 Dollar gefunden: Zwei Mädchen winkt ein Finderlohn

Zwei Mädchen finden im Münster 1500 Dollar – und geben sie bei der Polizei ab. Eine Schweizer Familie hatte das Geld auf dem Weg in den Afrikaurlaub verloren.

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Ramon Braunwalder (18) ist glücklich über das wieder bekommene Geld. Und Silke Reiser vom Münstershop freut sich auch. Denn sie bekam als Dank eine Spende für das Münster.  Foto: 

Ulm wird der Schweizer Familie Braunwalder in Erinnerung bleiben. In guter Erinnerung! Eigentlich war in der Stadt auf dem Weg in den Afrikaurlaub nur eine kurze Stippvisite geplant gewesen. Aber dann ging für die Familie aus dem Appenzeller Land alles schief. Die Urlauber bestiegen den Münsterturm und ließen dort den Geldbeutel mit dem kompletten Urlaubsgeld liegen – immerhin 1500 Dollar.

Den Verlust merkten sie erst in Frankfurt, von wo aus sie nach Tansania fliegen wollten. Weil aber der ICE zu viel Verspätung hatte, kamen sie zu spät am Flughafen ab, ihr Flugzeug war indessen abgeflogen. Die Familie musste über Nacht in Frankfurt bleiben, was im Unglück aber Glück war. Denn so hatten sie Zeit, mit dem Fundamt und der evangelische Kirche in Ulm Kontakt aufzunehmen und den Verlust ihrer Urlaubskasse anzumelden und gleich auch zu erfahren war, dass der Betrag gesichert war. 

Zwei Schülerinnen hatten den Geldbeutel auf dem Münster gefunden und an der Kasse des Münstershops abgegeben – allerdings ohne ihre Namen und Adressen zu hinterlassen. „Die waren so schnell weg, unsere Mitarbeiterin hatte keine Gelegenheit, sie zu fragen“, erzählt Silke Reiser vom Shop.

Ehrliche Mädchen gesucht

Auf der Rückreise vom Urlaub kam Sohn Ramon Braunwalder (18) ins Münster, um das Geld wieder abzuholen. „Alles noch drin“, freut er sich. „Wenn auch der restliche Urlaub eine Katastrophe war, in Ulm hat alles prima geklappt.“ Der junge Schweizer ließ 200 Dollar da. Davon sind 100 Dollar Finderlohn für die beiden Mädchen, sofern sie sich melden. Die andere Hälfte kommt dem Münster zugute.

„Bei uns in der Schweiz gibt es eine Kasse für den heiligen Antonius. Dort zahlen Menschen einen kleinen Betrag ein, die etwas verloren und wiedergefunden haben,“ erzählt Braunwalder. Sollten sich die beiden Mädchen nicht melden, fällt auch der Finderlohn ans Münster. So will es Braunwalder, denn an Ulm hat er jetzt eine sehr gute Erinnerung.

„Es ist erstaunlich, wie ehrlich die Menschen sind. Bei so einem hohen Betrag ist die Versuchung groß“, sagt Silke Reiser vom Münstershop. „Wir wussten nicht, was wir machen sollen. Wir hatten keine persönlichen Daten im Geldbeutel gefunden.“ Erst als am späteren Abend eine Mailanfrage der Schweizer Familie einging, herrschte Klarheit in der Sache.

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