Zur Tagung und zur Person

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"Nachkrieg und Medizin in Deutschland im 20. Jahrhundert" - so lautet das Thema der Tagung, die heute von 16 Uhr an in der Villa Eberhardt, Heidenheimer Straße 80, stattfindet. Die Forscher gehen der Frage nach, wie in Deutschland im "Zeitalter der Weltkriege" und unmittelbar danach medizinisch-therapeutisch, aber auch sozialpolitisch mit jenen verfahren wurde, die der Krieg gesundheitlich und körperlich massiv beeinträchtigt als "Versehrte" entlassen hatte. Im Fokus steht dabei die Patientensicht, die Selbstwahrnehmung der "Versehrten", der gesellschaftliche Umgang mit ihnen sowie die Perspektive der sie behandelnden Mediziner. Wer Interesse hat teilzunehmen, kann dies tun. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Peter Steinkamp hat Geschichte, Politik und Volkskunde an der Uni Freiburg studiert. Der gebürtige Freiburger war am Medizinhistorischen Institut in Heidelberg und Freiburg beschäftigt, seit 2011 arbeitet er am Institut für Geschichte, Theorie und Ethik in der Medizin an der Universität Ulm. Der heute 44-Jährige hat über das Thema "Alkohol- und Rauschmittelmissbrauch bei der Wehrmacht" promoviert. "Todesfälle ohne Ende" habe es bei den Soldaten gegeben, mit schier unglaublichen Promillezahlen. Zwischen fünf und sechs Promille seien nicht selten gewesen, sagt Steinkamp, der über 5300 Obduktionsberichte bei der Wehrmacht von 1939 bis 1945 auswertete. Rund 1800 dieser Todesfälle waren auf Alkohol zurückzuführen. So sind in Frankreich viele Soldaten nach exzessivem Alkoholgenuss nächtens aus Hotelfenstern gefallen, sie wurden oft erst am nächsten Morgen entdeckt: nackt oder im Schlafanzug auf dem Trottoir liegend. Andere ertranken im Hafenbecken oder in den Kanälen, wiederum anderen fiel die Zigarette aus der Hand und sie verbrannten. "Zwischen Herbst 1939 und Kriegsende starb jeden Tag ein Soldat an Alkohol oder einem anderen Rauschmittel."

Kriegskrüppel, Zitterer, Rentenneurotiker
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