Zum Münsterjubiläum eine 161 Meter lange Bürgerkette

Wer zu spät kommt, der kann nicht mitmachen. "Wenn die Kette 161,53 Meter lang ist, ist Schluss", sagt Gisela Dentler. Sie und ihre Tochter Ira von der gleichnamigen Goldschmiede haben sich zum Münsterturm-Jubiläum 2015 ein Kunstprojekt ausgedacht: eine Ulmer Bürgerkette.

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Gisela und Ira Dentler zeigen die ersten Teile der Ulmer Bürgerkette, die schon fertig sind.  Foto: 

Wer zu spät kommt, der kann nicht mitmachen. "Wenn die Kette 161,53 Meter lang ist, ist Schluss", sagt Gisela Dentler. Sie und ihre Tochter Ira von der gleichnamigen Goldschmiede haben sich zum Münsterturm-Jubiläum 2015 ein Kunstprojekt ausgedacht: eine Ulmer Bürgerkette. Damit diese rechtzeitig fertig ist, rufen die Dentler-Frauen jetzt die Ulmer und "alle, die sich hier zu Hause fühlen," auf mitzumachen. Schließlich sei auch das Münster ein Bürger-Projekt gewesen.

Ein ganzes Jahr bis zur Vollendung treffen sich Interessierte einmal im Monat. Sie gestalten gemeinsam die Kette oder bringen Dinge mit, die sie mit Ulm verbinden. Das Schmuckstück wird aus 270 Einzelketten bestehen, jede 60 Zentimeter lang. Zusammengerechnet ergibt das die Höhe des Münsterturms. Mitmachen können alle - auch Vereine, Schulklassen oder Seniorengruppen. Die Kette verstehen die Dentlers auch als Symbol für das Miteinander in der Stadt.

Während der Kulturnacht kamen schon einige spannende Dinge zusammen. Kinder der Gustav-Werner-Schule haben Wunschzettel abgegeben. Ein Ulmer lieferte Teebeutel ab, offenbar ein begeisterter Teetrinker. Auch Tabakpfeifen, Schlüsselanhänger, Bierdeckel, Kronkorken mit Einsteinköpfen, Schmuckstücke, sogar ein kleines Münsterchen und ein winziger Kunststoffspatz hängen schon an der Kette.

Vergangenen Sonntag war ein erstes Treffen mit Unterstützern des Projekts. Jeder Einzelne hat seine persönliche Verbindung zum Münster. Roswitha Arlt brachte ein in Sütterlin-Schrift verfasstes Polizeiprotokoll von 1884. Darin wird über einen Arbeitsunfall auf der Münsterbaustelle berichtet. Arlts Ururgroßvater, ein Tagelöhner auf der Münsterbaustelle, war der Unglückliche, der dabei ums Leben kam.

Gisela Dentler hatte die Idee der Bürgerkette: "Wenn nächstes Jahr die Feierlichkeiten zum Münster stattfinden, will ich auch meinen Beitrag leisten. Das Münster ist allgegenwärtig." Die fertige Kette soll natürlich beim Münster ausgestellt werden, am liebsten sogar im Münster selbst. Ursprünglich hatte sie auch gedacht, dass man die Kette mittels eines riesigen Ballons auf Münsterhöhe heben kann - doch das geht wegen der starken Winde nicht, die die Kette eventuell herumschleudern könnten. Deshalb bleibt sie am Boden.

Die Ulmer, die sich am Gesamtkunstwerk beteiligen, bekommen eine Urkunde, auf der ihre Kettengliednummer steht.

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