Laufcoach Marko Vrbancic: Zum Laufen reicht ein kleiner Schritt

Gesundheitstrainer und Laufcoach Marko Vrbancic ist mit Profis wie mit Normalos unterwegs. Sein Ziel: Er will Menschen in Bewegung bringen, es soll ihnen Spaß machen.

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Mitten in der Stadt in idyllischer Natur laufen, das mag Gesundheitstrainer Marko Vrbancic an der Strecke rund um den Safranberg und die Böfinger Halde. Drei knackige Steigungen inklusive: „Das ist meine Tour de France“.  Foto: 

Er läuft mit dem, der seine Marathon-Zeit verbessern will. Er läuft mit der, die noch nie gejoggt ist und beim Fünf-Kilometer-Stadtlauf mitmachen möchte, sich aber allein nicht traut. Er läuft mit dem 110-Kilo-Mann, der etwas für seine Gesundheit tun will. Die wichtigsten Botschaften, die Marko Vrbancic seinen Kunden vermittelt, zielen nicht auf Trainingsdisziplin und Selbstoptimierung ab. Sondern sie lauten: „Bewegung macht Spaß“ und „Zum Laufen reicht erst mal ein kleiner Schritt“.

„Ich will, dass Menschen in Bewegung kommen – dabei begleite ich sie“, sagt der Gesundheitstrainer und Laufcoach. Vor sieben Jahren hat er sich damit selbstständig gemacht. Seine Erfahrung: Bewegung des Körpers führt dazu, dass sich auch geistig-emotional etwas bewegt. Oder dass sich etwas zurechtruckelt.

Das hat der 57-Jährige  für sich selbst seinerzeit in der Abi-Vorbereitung gemerkt: „Nach zwei Stunden lernen musste ich immer mindestens eine halbe Stunde zum Laufen gehen. Dabei haben sich die ganzen Fakten vom Kopf in den Körper verteilt, und der Kopf ist wieder frei geworden.“

Was kann man noch vom Laufen fürs Leben lernen? „Dass man sein Ziel nicht sofort erreichen muss, sondern  dass bis dahin Zeit ist, um viele kleine Schritte zu setzen. Und man kann lernen, Rückschläge hinzunehmen und es auszuhalten, wenn es mal nicht nicht so gut läuft – ohne dabei die Zuversicht zu verlieren: Ich schaffe mein Ziel noch.“

Weniger Training, mehr Erfolg

Manchmal bedeutet es auch ein Stückweit loszulassen: Eine Sportlerin wollte mit Vrbancics Hilfe ihre Marathonzeit verbessern. Das ist gelungen – allerdings nicht durch mehr und durch verbissenes, sondern durch weniger Training. Er arbeitet mit jedem seiner Klienten individuell, je nachdem, was sie oder er braucht. Nur eines gilt für alle: Sie sollen Freude haben an der Bewegung und sich nach dem Training besser fühlen als vorher. Das ist sein Mantra, und dafür setzt er seine Motivationsfähigkeiten ein. Und dafür erscheint auf seinem Gesicht auch oft das freundliche Lächeln, das die Lücke zwischen den Schneidezähnen offenbart.

Marko Vrbancic arbeitet mit Privatleuten, die ihn für ein bis zwei Trainingseinheiten in der Woche buchen. „Da bin ich derjenige, der den inneren Schweinehund des Anderen an die kurze Leine nimmt. Da muss man dann nur noch hinterherlaufen.“

Arbeit mit Demenzkranken

Er ist auch für Firmen tätig, für die er Mitarbeiter in Sportgruppen betreut. Sein drittes Standbein ist die Arbeit mit Demenzkranken, für die er  Gymnastik anbietet: „Ganz einfach im Sitzen zu machen, mit fließenden Bewegungen, ähnlich wie beim Chi Gong.“ Weil es die Körperwahrnehmung schult. Und weil die Teilnehmer dabei Spaß haben und viel zu lachen.

Es ist die Vielfalt, die er an seiner Tätigkeit  mag. Und sein „grundsätzliches Neugierigsein“, das ihn immer wieder zu neuen Ufern treibt: Chi-Running, Nordic Walking, Aqua-Fitness, Hui Chui Gong und Rückenschule kann er qualifiziert anleiten.

Auch in seinem Leben war viel Bewegung. 1960 im slowenischen Ljubljana geboren, kam er im Alter von  fünf mit seinen Eltern nach Deutschland. Der Vater, ein Goldschmied, hatte hier Arbeit gefunden. Nach Schule und Abitur in Neu-Ulm begann Vrbancic ein Studium, brach es ab und absolvierte eine Buchhändlerlehre. Dann leitete er viele Jahre die Filiale einer Buchhandlung in Ulm, ehe er sich 2010 mit seinem Projekt „Rückenwind“ selbstständig gemacht und neu orientiert hat.

Drei knackige Bergetappen

Seine Lieblingsstrecke in Ulm ist eine 8,5 Kilometer lange Runde vom SSV-Halo über die Böfinger Halde, das Örlinger Tal und den Safranberg zurück. Er beschreibt sie als „meine Tour de France“, denn sie hat drei knackige Bergetappen, sprich Steigungen.

An den Anstiegen können ambitionierte Läufer gut ihre Lauftechnik trainieren: Oberkörper nach vorne legen, kleine Schritte und Fersen nach oben ziehen „wie beim Luftballon-Treten“. Zur Erholung folgen lange ebene Abschnitte am Waldrand, durch Schrebergärten und mit „grandiosen Weit-, Tief- und Rundumblicken“. Für ihn ist es immer wieder schön, bei dieser abwechslungsreichen Runde „mitten in der Stadt Natur pur und Idylle“ zu erleben.

Der eigene Ehrgeiz ist weg

Wie ist es, wenn man den ganzen Tag mit anderen Leuten läuft? „Mein eigener Trainingsehrgeiz ist weg.“ In seiner Freizeit geht er lieber mit dem Hund Flo spazieren oder ins Allgäu zum Wandern, auch des Weitblicks wegen. Und wegen dem Kaiserschmarrn: „Wenn es den hinterher gibt, ist das Urlaub für mich.“ Denn ein Genussmensch ist Marko Vrbancic auch, das will er gar nicht leugnen.

Info Kontakt zu Marko Vrbancic bekommen Interessierte über seine Homepage www.rueckenwind.world oder unter Tel. (0151) 40 34 43 25. Eine Stunde mit dem Gesundheitstrainer kostet 70 Euro für Einzelpersonen, 120 Euro verlangt er für die Betreuung von Gruppen.

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