Zoff um Noerenberg-Wahlwerbung - Salzmann in der Kritik

"Noerenberg und Neu-Ulm - das passt!" Diese auch von Stephan Salzmann veranlasste Anzeigenkampagne einen Tag vor der Oberbürgermeister-Stichwahl am 30. März sorgt in Neu-Ulm für Ärger.

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Die Noerenberg-Unterstützer für diese Anzeige, die am Tag vor der OB-Stichwahl in Neu-Ulm erschienen ist, hat vor allem Stephan Salzmann geworben. Jetzt hat er damit mächtig Ärger bekommen.  Foto: 

"Morgen ist OB-Stichwahl: Gehen Sie wählen", hieß es im Untertitel einer halbseitigen Anzeige zur OB-Stichwahl in Neu-Ulm, die am 29. März in den Lokalteilen sowohl in der SÜDWEST PRESSE als auch in der Neu-Ulmer Zeitung erschienen war. Über viele Zeilen hinweg wurde Amtsinhaber Gerold Noerenberg (CSU) in den höchsten Tönen gelobt und für seine Wiederwahl geworben. Unter der Anzeige waren die Signets von neun Neu-Ulmer Firmen zu sehen, die zu erkennen gaben, dass sie sich für eine Wiederwahl Noerenbergs stark machen. Zumindest in einem Fall, wenn nicht sogar in zwei Fällen, gab es dafür allerdings kein Einverständnis, ja von einer erwähnten Firma wurde sogar ein ausdrückliches Verbot ausgesprochen.

"Mir hats an diesem Samstagmorgen die Sprache verschlagen", sagt Petra Geydan-Gnamm von der gleichnamigen Metzgerei in Neu-Ulm. Denn auch das Signet ihres Betriebs war unter der Anzeige zu finden, die von Stephan Salzmann am Freitag, 28. März, aufgegeben worden war. Indes: Das Firmenlogo Geydan-Gnamm hätte der im ersten Wahlgang unterlegene OB-Kandidat der Bürger PRO Neu-Ulm auf keinen Fall verwenden dürfen, denn Petra Geydan-Gnamm hatte es ausdrücklich untersagt - und zwar per Mail an die Adresse von Hans Aicham-Bomhard, einem CSU-Stadtrat, der den Wahlaufruf nach eigenen Worten mit initiiert hatte. Nachdem Petra Geydan-Gnamm der Text zum Durchlesen zugeschickt worden war, stand für sie fest: "Da machen wir nicht mit."

Das teilte sie Aicham-Bomhard dann auch mit: "Für mich und meinen Mann steht es fest, dass wir Herrn Noerenberg unsere Stimme geben. Trotzdem möchten wir jeden einzelnen Bürger selbst entscheiden lassen und möchten uns an dieser Aktion nicht beteiligen. Bei einem reinen Aufruf an die Bürger, am Sonntag wählen zu gehen, hätten wir uns beteiligt, einen bestimmten Kandidaten jedoch öffentlich zu empfehlen, das möchten wir nicht. Ich hoffe Sie haben Verständnis für unsere Entscheidung."

Aicham-Bomhard drückte in der Antwort-Mail sein Bedauern aus und gab die Ablehnung, wie er der SÜDWEST PRESSE gegenüber erklärte, an Monika Rudolph weiter, frühere Pressereferentin von OB Noerenberg und zurzeit persönliche Mitarbeiterin der Landtagsabgeordneten Beate Merk. Monika Rudolph bestreitet das. Sie habe von Aicham-Bomhard zwar andere Mails erhalten und diese dann an Stephan Salzmann und Katharina Ehmig, der ehemaligen Sekretärin von OB Norenberg, weiter geleitet. Die Absage von Geydan-Gnamm sei aber nicht dabei gewesen. Der SÜDWEST PRESSE gegenüber erklärte Aicham-Bomhard, dass er sich beim Erscheinen der Anzeige noch gewundert habe, dass die Metzgerei letztlich doch erwähnt worden sei.

Luigi Canonico vom italienischen Lokal "Il Gusto" berichtet ganz Ähnliches. Auch er bereut es inzwischen, dass sein Logo unter der Anzeige verwendet worden ist. Er sei von Salzmann angesprochen worden und er habe ihn so verstanden, als sollten sich die Mitglieder von "Wir in Neu-Ulm" (WIN) dafür stark machen, dass die Neu-Ulmer angesichts der schlechten Wahlbeteiligung vom ersten Wahlgang überhaupt zum Wählen gehen sollen. Canonica war also von einer ganz allgemeinen Wahlaufforderung ausgegangen, nicht aber von einer ausdrücklichen Empfehlung zur Wahl von Noerenberg. "Als Gastronom, der eigentlich alle Kunden bedienen will, sollte man bei so etwas eigentlich nicht dabei sein", erklärte er. "Und das wurde mir erst so richtig bewusst, als ich am Samstag dann als Noerenberg-Unterstützer präsentiert wurde."

Andere Gastronomen wie Ebbo Riedmüller oder Johann Britsch hatten damit keine Probleme. Auch sie hatten persönlich und mit Firmen-Logo in der besagten Anzeige für Noerenberg geworben und erklärten auf Rückfrage, dass sie das aus Überzeugung getan hätten. Ihnen sei durchaus bewusst gewesen, dass es sich um eine Kampagne für den Amtsinhaber handle, hinter dem sie auch persönlich stehen würden. Auch Petra und Ralf Geydan-Gnamm machten aus ihrer Sympathie für den Amtsinhaber keinen Hehl, sie wollten allerdings ausdrücklich nicht mit dem Firmen-Logo in der Anzeige auftauchen.

Stephan Salzmann war für die SÜDWEST PRESSE in den vergangenen Tagen telefonisch nicht zu erreichen, weder privat noch in seinem Geschäft. Auf die Problematik angesprochen, sicherte er am Rande der Richtfest-Veranstaltung auf der Glacis-Center-Baustelle am Mittwoch zu, über seine Wahlkampf-Aktivitäten für Noerenberg im persönlichen Gespräch Auskunft geben zu wollen. Seither war Salzmann aber nicht mehr zu sprechen.
<br /> Kommentar Wahlwerbung: Der Falschspieler

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Kommentare

12.04.2014 20:06 Uhr

Salzmann hebt ab...

Nicht nur bei seinen Brillen...

Schade!

Aber habt ihr schon mal seine Frau erlebt? Dann braucht man nix mehr sagen, das sagt alles, finde ich.

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